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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Tue, 09 Jun 2026 16:38:39 +0200</pubDate><lastBuildDate>Tue, 09 Jun 2026 16:38:39 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-68368</guid><pubDate>Tue, 28 Oct 2025 15:56:00 +0100</pubDate><title>Indische Ordensfrauen in der Pflege: Frankenschau berichtet an Allerseelen</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/indische-ordensfrauen-in-der-pflege-frankenschau-berichtet-an-allerseelen/</link><description>Würzburg (POW) An Allerseelen, Sonntag, 2. November, berichtet das Bayerische Fernsehen um 17.45 Uhr in der Frankenschau über die Ordensgemeinschaft „Visitation Sisters of Don Bosco“. Vier indische Schwestern des Ordens verstärken seit 1. April das Team der Pflege im Caritas-Seniorenzentrum Sankt Thekla in Würzburg. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%">Schwester Bashisha ist bereits studierte Pflegefachkraft und arbeitet in Würzburg als Fachkraft in Anerkennung. Für die drei anderen Ordensfrauen – Schwester Pdianghun, Schwester Sonia und Schwester Ibilis – begann am 1. April ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau in Deutschland. Die Caritas hat den Kontakt zur Ordensgemeinschaft aus Meghalaya im Nordosten Indiens über das weltweite Netzwerk der katholischen Kirche hergestellt. Im BR-Beitrag kommt unter anderem Gerhard Albert, Vorsitzender des Vereins „khublei“, zu Wort, der den Kontakt vermittelt hat. Georg Sperrle, Geschäftsführer der Caritas-Einrichtungen gGmbH (CEG), berichtet über weitere Hintergründe der deutsch-indischen Zusammenarbeit mit dem Orden.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(4425/1123; E-Mail voraus)</span></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66586</guid><pubDate>Thu, 10 Jul 2025 15:30:56 +0200</pubDate><title>Ordensgemeinschaften als tragende Säule im Bistum</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/ordensgemeinschaften-als-tragende-saeule-im-bistum/</link><description>Weihbischof Paul Reder feiert Kiliani-Gottesdienst und würdigt Ordensleute und Missionare zur Kilianiwoche</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Ordensgemeinschaften hat Weihbischof Paul Reder als tragende Säule des kirchlichen Lebens gewürdigt. Seit den Anfängen mit Kilian, Kolonat und Totnan prägten Ordenschristen „Die Geschichte und die Geschicke der Diözese Würzburg maßgeblich mit“, erklärte er beim Kiliani-Gottesdienst für Ordenschristen und Missionare am Mittwochnachmittag, 9. Juli, im Würzburger Kiliansdom. In Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Klöstern seien sie für viele „das Gesicht der Kirche“ gewesen. Rund 150 Personen feierten den Gottesdienst mit.</p><p>Der Weihbischof zog in seiner Predigt eine Verbindung zur biblischen Emmausgeschichte: Wie die Jünger Jesus unerkannt im Alltag begegneten, geschehe auch geistliche Berufung oft „nicht im Spektakulären“, sondern „im geduldigen Schritt für Schritt eines Weges“. Dabei brauche es ein Gespür dafür, dass Berufung „ein lebenslanger Weg ist, der nie einfach fertig ist“. Er warnte vor einer Gesellschaft, in der „das Spektakuläre und Außergewöhnliche alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen“.</p><p>Christliche Hoffnung hingegen sei keine Frage des positiven Denkens: „Optimismus ist eine Fähigkeit. Hoffnung gründet sich auf eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus.“ Weihbischof Reder rief dazu auf, dem Wort Gottes Raum zu geben: „Auch jeden von uns will er – trotz unserer trägen Herzen – täglich ansprechen.“ Er erinnerte zudem daran, dass echte Glaubensgemeinschaft ehrliche Kommunikation brauche, „die Belastendes und Bedrängendes nicht ausspart“. Jede Pilgerschaft – ganz gleich welches Ziel sie ins Auge fasse – sei auch immer eine Reise zu einem selbst. Wie die Emmaus-Jünger dürften die Gläubigen darauf vertrauen: „Der, der uns näher ist als wir uns selbst sind, lässt sich nicht nur am Ziel finden, sondern auf dem Weg – als Begleiter, der es versteht, Hoffnung zu wecken.“</p><p>###GALERIE###</p><p>Bei der Gabenbereitung brachten Ordensfrauen einen Anker, einen Wanderstab und ein Evangeliar als Symbole für wesentliche Vollzüge des gottgeweihten Lebens zum Altar. Weitere Ordensfrauen gestalteten mit Gesängen und Instrumentalstücken für Gitarre und Flöte den Gottesdienst musikalisch mit. Viele nutzten nach dem Schlusssegen die Gelegenheit zum Empfang eines Einzelsegens mit einem Reliquiar der Frankenapostel. Zuvor warb Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den Katholikentag 2026, für die Teilnahme an der bundesweiten Großveranstaltung, die vom 13. bis zum 17.&nbsp;Mai 2026 in Würzburg stattfindet. Eine Begegnung auf dem Kiliansplatz schloss sich an.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(2925/0741; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Ordensreferat (nicht löschen!)</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65975</guid><pubDate>Sun, 08 Jun 2025 13:42:04 +0200</pubDate><title>Pfingsten versetzt auch heuer Kälberau in &quot;pallotinische Epoche&quot; </title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/pfingst-versetzt-auch-heuer-kaelberau-in-pallotinische-epoche/</link><description>Pater Ludger Zewe SAC, langjähriger Wallfahrtsseelsorger- und Leiter in Kälberau, kehrte auch in diesem Jahr zum Pfingstfest an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Mit herzlichen Grüßen aus Limburg, einer inspirierenden Predigt über den Heiligen Geist und bewegenden Begegnungen mit der Gemeinde wurde sein Besuch erneut zu einem lebendigen Zeichen der Verbundenheit – zwischen Vergangenheit, Gegenwart und der Kraft des Glaubens.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pater Ludger Zewe SAC besucht Kälberau - seine ehemalige Wirkungsstätte und Gemeinde und bringt besondere Grüße mit:</strong></p><p>Es ist inzwischen zu einer geschätzten Tradition geworden: Am Hochfest Pfingsten besucht der ehemalige Wallfahrtsseelsorger Pater Ludger Zewe SAC seine ehemalige Wirkungsstätte in Kälberau. Er war der vorletzte für Kälberau zuständige Pallottinerpater. Mit Ordenspriestern kehrt immer auch in besonderer Weise ihre Ordensspiritualität in die Gemeinden ein. Die Pallottiner wurden vom heiligen Vinzenz Pallotti im 19. Jahrhundert in Rom gegründet. Sie gehören mit vielen weiteren geistlich gleich ausgerichteten Gruppen von Frauen und Männern, Geweihten und Laien zur &quot;Pallottinischen Familie&quot;. Im Sinne Pallottis ist ihre Mission &quot;die Werke der Liebe und Barmherzigkeit zu fördern&quot;. Von 1955 bis 2017 gestalteten die Pallottiner 62 Jahre lang mit wechselnden Geistlichen und Laienbrüdern das Gemeindeleben und den Glauben in Kälberau. In Verbundenheit brachte Pater Zewe herzliche Grüße aus Limburg mit – sowohl von der gesamten Gemeinschaft als auch besonders von den ehemals in Kälberau eingesetzten Ordensmännern.</p><p><b>Das hohe Pfingstfest 2025 ist zugleich Pater Zewes erste Heilige Messe in der neuen Wallfahrtskirche seit der fünfjährigen Sperrung.</b></p><p>Am Sonntag, dem 8. Juni, war heuer Pfingstsonntag, und Pater Zewe feierte die Heilige Messe zum Hochfest des Heiligen Geistes um 9 Uhr in der neuen Wallfahrtskirche. Er freute sich, nach über fünf Jahren Sperrung der neuen Wallfahrtskirche nun wieder dort mit der Gemeinde Gottesdienst feiern zu können – und dass die Sperrzäune aus der Kirche gebracht werden konnten.In seiner Predigt sprach er über das Wirken des Heiligen Geistes und betonte die lebendige Gegenwart Gottes auch im Heute. Die Gemeinde &quot;schmetterte&quot; mit großer Beteiligung die bekannten Pfingstlieder aus dem Gotteslob, begleitet vom Kälberauer Organisten Ben Grendel, der mit festlichen Improvisationen und einer klangreichen Orgelbegleitung das Pfingstfest musikalisch veredelte.</p><p><strong>Persönliche Begegnungen nach dem Gottesdienst</strong></p><p>Nach dem Gottesdienst nahm sich Pater Zewe viel Zeit für persönliche Gespräche und Begegnungen mit den Gemeindemitgliedern – eine Begegnung voller Herzlichkeit und Erinnerungen. Das Gemeindeteam hatte hierfür ein Kirchenkaffee vorbereitet, das zum Verweilen und zum Austausch einlud. Auch am Pfingstmontag ist Pater Zewe in Kälberau präsent: Er feiert traditionell die Heilige Messe beim Pfingstfest der Freiwilligen Feuerwehr, mit welcher er über seine Zeit in Kälberau hinaus, stets verbunden ist.</p><p><b>Gottesdienste und Begegnungen mit ehemaligen Geistlichen bewegen emotional, lösen manchmal auch Wehmut aus, können aber auch Mut für den Blick in die Zukunft geben - Pfingsten&quot;</b></p><p>Der Besuch eines früheren Seelsorgers ist eine besondere, oft emotionale Begegnung. Stimme, Predigtstil und &nbsp;der persönliche Kontakt lassen Erinnerungen wach werden – oft mit Wehmut, aber auch mit Dankbarkeit. Solche Begegnungen verbinden Vergangenes mit Gegenwärtigem und machen bewusst, dass sich vieles verändert: die Kirche, die pastoralen Strukturen und auch die Gesellschaft. Der Wandel gehört zum Leben – wie es das bekannte, Heraklit zugeschriebene Wort ausdrückt: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Die Botschaft von Pfingsten kann ermutigen, im Rückblick auf prägende Erfahrungen des Glaubens zugleich Vertrauen in die Zukunft zu fassen – im Wissen, dass der Heilige Geist die Menschen begleitet, heute und morgen.</p>]]></content:encoded><category>PR Alzenau</category><category>Kälberau</category><category>Aschaffenburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Pfingsten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65558</guid><pubDate>Mon, 19 May 2025 09:05:58 +0200</pubDate><title>Begegnung: Klostereintritt des ehemaligen Pastoralkurspraktikanten Dr. Simon Schrott bewegte die Menschen</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/begegnung-klostereintritt-des-ehemaligen-pastoralkurspraktikanten-dr-simon-schrott-bewegte-die-menschen/</link><description>In diesem Jahr hat ein besonderer Gast die Weinbergsprozession und die Festpredigt gehalten. Es war der ehemalige Pastoralkurspraktikant Dr. Simon Schrott, welcher im Jahr 2021 in die Benediktinerabtei in Münsterschwarzach eingetreten ist. Nach 11 Jahren hat er gerne die Einladung angenommen und ist am 18. Mai nach Hörstein gekommen. Bei der Begegnung mit „Weck, Worscht und Woi“ stieß der Weg des 40-Jährigen auf großes Interesse. Mehr als zwei Stunden hat sich der Benediktiner für die Begegnung genommen. Dabei traf er neben zahlreichen alten Bekannten auch neue Gesichter.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Er lernte Bürgermeister Stephan Noll (CSU) kennen. Ökumenisch wurde es bei der Begegnung mit dem evangelischen Theologen Pfarrer Dr. Hansjörg Schehmann, welcher beim Musikverein mitspielte. Immer wieder stand eine Menschentraube um ihn herum, es wurden Erinnerungsfotos gemacht und es kam zu vielen Gesprächen. Viele Menschen hatte sein Eintritt ins Kloster bewegt. Nicht alle hatten davon mitbekommen, aber alle waren interessiert, wie das Leben des aus Großwallstadt kommenden Mönchs nun aussehe und ob er sich wohlfühle.</p><p>Pater Dr. Simon Schrott OSB, der diesen Namen auch als Ordensnamen trägt, berichtete: Sein Tag beginnt um 5 Uhr mit dem ersten Morgengebet. Er ist hauptverantwortlich für das Selbstversorgerhaus für die Jugend. Er arbeitet auch im Gästehaus mit, in welchem mitunter mehr als hundert Menschen zu Gast sind. Dort ist er zudem in der Einzelseelsorge aktiv. Der ehemalige Regensburger Domspatz ist Teil der Choralschola, welche den altehrwürdigen Gesang der Benediktiner zum Erklingen bringt. Der in der Liturgiewissenschaft promovierte Theologe ist zweiter Zeremoniar und mitverantwortlich für das liturgische Programm im Kloster. Auch in der Ausbildung von Novizen ist er mit einzelnen Themen beteiligt.</p><p>Im Jahr 2023 hat er die erste zeitliche Profess abgelegt, in der er sich für zwei Jahre an die Gemeinschaft band. Als Nächstes steht erneut die gleiche Profess an, bevor er 2027 die ewige Profess ablegen kann. Die Motivation des ehemaligen Diözesanpriesters war, durch das klösterliche Leben Raum für Gebet und Gott im Alltag zu finden. Sein Professspruch aus Psalm 119, Vers 116 lautet:<br />„Nimm mich auf, o Herr, wie du verheißen hast, und ich werde leben. Lass nicht zuschanden werden mein Vertrauen.“</p><p>Bewegt und dankbar stieg Pater Dr. Simon Schrott am Nachmittag ins Auto, um pünktlich um 17:45 Uhr wieder im Chorgestühl in Münsterschwarzach zu sitzen und die „Vesper“, also das Abendlob der Kirche, zu singen. Dabei durfte ein Weinpaket für ihn und seine Mitbrüder als Gruß aus Hörstein nicht fehlen.</p><p>An der großen Jubiläumsfeier zum 400-jährigen Pestwunder im August hätte Pater Simon gerne teilgenommen, lässt sich aber entschuldigen, da er für den Orden an einem Kongress in Nairobi teilnehmen muss. Gerne wäre er gekommen. Auch Mitglieder des Pfarrteams und der Kirchenverwaltung dankten Pater Simon für seinen Besuch. Alle empfanden die Begegnung als erbauend und stärkend.</p>]]></content:encoded><category>PR Alzenau</category><category>Alzenau</category><category>Wasserlos</category><category>Hörstein</category><category>Regionen (Dekanate)</category><category>Aschaffenburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65554</guid><pubDate>Sun, 18 May 2025 17:58:17 +0200</pubDate><title>Weinbergsprozession &amp; Wiedersehen nach 11 Jahren mit Benediktinerpater Dr. Simon Schrott OSB in Hörstein</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/weinbergsprozession-wiedersehen-nach-11-jahren-mit-benediktinerpater-dr-simon-schrott-osb-in-hoerstein/</link><description>Am Sonntag, den 18. Mai, fand in Hörstein wieder die traditionelle Weinbergsprozession mit der Reliquie des Heiligen Urban, dem Patron der Winzer, statt. Um 9:00 Uhr fand die Sonntagsmesse in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt statt. Dazu begrüßte Kaplan Napoleon Savariraj einen &quot;altbekannten&quot; Gast im &quot;neuen Gewand&quot;: Pater Dr. Simon Schrott.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres zum Pestwunder und Pestversprechen vor 400 Jahren lud Pfarrer Frank Mathiowetz ihn als Festprediger nach Hörstein ein. Vor 13 Jahren kam Simon Schrott in die damalige Pfarreiengemeinschaft St. Benedikt am Hahnenkamm Alzenau, Wasserlos und Hörstein, um seinen Pastoralkurs zu absolvieren. Er bereitete sich auf die Diakonen- und Priesterweihe vor und verließ Alzenau 2014 als Kaplan. Seine Berufung führte ihn zu den Benediktinern in die Abtei Münsterschwarzach. Im Jahr 2021 trat er in den Orden ein und legte 2023 die zeitliche Profess ab. Nun kam er vergangenen Sonntag im Ordensgewand mit Habit und Kapuze nach 11 Jahren zurück.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur aufgrund seiner Alzenauer Zeit machte sein Besuch die Eucharistiefeier und Weinbergsprozession zu etwas Besonderem. Es waren die Benediktiner aus Seligenstadt, die in Hörstein die Weinberge und den Glauben in die Herzen der Menschen pflanzten. Sichtbar wird dies bis heute durch die ehemalige Sommerresidenz des Abtes mit Gehöft, dem Abtshof in der Mömbriser Straße, und dem vor einigen Jahren errichteten Benediktusbrunnen im Altort.</p><p>Die Verbindung zum Jubiläum besteht durch den Ortsheiligen Bernhard von Clairvaux, auf dessen Fürsprache der Ort 1625 vor dem Aussterben bewahrt wurde. Er lernte die Regel des Heiligen Benedikt von Nursia und reformierte diese. Daraus entstand der Orden der Zisterzienser. Somit war mit Pater Dr. Simon Schrott ein echter Glaubenszeuge vor Ort, welcher in seiner Predigt die Tiefe dieser spirituellen Verbindungen meditierte und &quot;seine ehemalige Gemeinde&quot; ermutigte, die Traditionen, das Glaubensgut und auch den Weinbau weiter und weiter an alle Generationen zu vererben und so lebendig zu erhalten.</p><p>Der begnadete ehemalige Regensburger Domspatz bereicherte den Tag auch mit seinem Gesang. So erklang das Kyrie aus der Missa de Angelis, das &quot;irische&quot; Halleluja und die gesungene Allerheiligenlitanei. Die Prozession wurde durch den Musikverein Hörstein musikalisch begleitet.</p><p>Pater Schrott spendete an der Statio im Mittleren Röderweg den Wettersegen. Dabei waren die Gläubigen von dem dort neu aufgestellten Kreuz mit Altärchen fasziniert. Dazu soll es noch in diesem Jahr eine Andacht mit Segnung geben.</p><p>Die Prozession endete am Pfarrheim St. Martin, wo das Pfarrteam zu &quot;Weck, Woi und Worscht&quot; zugunsten von Projekten der Pfarrgemeinde einlud. Dies bot auch eine gute Möglichkeit, Pater Simon Schrott im &quot;neuen Gewand&quot; zu begegnen. Das Wiedersehen war herzlich und man tauschte sich aus, wie das Leben der letzten Jahre verlief. Den Wein stifteten die Winzer. Für die Sicherheit auf dem Weg sorgte die Freiwillige Feuerwehr Hörstein.</p>]]></content:encoded><category>PR Alzenau</category><category>Wasserlos</category><category>Michelbach</category><category>Hörstein</category><category>Regionen (Dekanate)</category><category>Aschaffenburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Wallfahrtsportal Wallfahrtsservice</category><category>Umwelt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65406</guid><pubDate>Mon, 12 May 2025 14:12:05 +0200</pubDate><title>Diözesane Berufungswallfahrt mit Weihbischof Reder</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/dioezesane-berufungswallfahrt-mit-weihbischof-reder/</link><description>Thüngersheim/Retzbach (POW) Bei bestem Frühlingswetter haben am Sonntag, 11. Mai, insgesamt fast 30 Personen an der Diözesanen Berufungswallfahrt von Thüngersheim nach Retzbach teilgenommen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Veranstaltung zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen stand unter dem Motto „Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung“. Gemeinsam mit Weihbischof Paul Reder sowie den Ordensreferenten Domvikar Paul Weismantel und Ursulinenschwester Johanna Ankenbauer machten sich rund 25 Pilgerinnen und Pilger auf den Weg zur Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal“ in Retzbach. Unterwegs wurde um Frieden, um den Heiligen Geist, für die Schöpfung, um geistliche Berufungen sowie für den neuen Papst Leo XIV. gebetet. In der Kirche trafen noch einige Schwestern, die mit dem Bus nachgekommen waren, sowie weitere Gläubige dazu. Weihbischof Reder sprach in seiner Predigt von den „Klopfzeichen“, die wohl jeder, der eine geistliche Berufung lebt, anfangs von Gott gehört habe, und von dem „Herzklopfen“, das damit verbunden sei. Er betonte, wie wichtig jede Berufung sei, ob als Priester, als Ordenschrist oder im Sakrament der Ehe. Nach dem Gottesdienst gab es eine Begegnung im Gerold-Postler-Haus, wo sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer stärken konnten. „Es war ein schöner und bereichernder Nachmittag, der ganz im Zeichen des Gebets um Geistliche Berufungen und der Hoffnung stand“, schreibt Schwester Ankenbauer. Veranstalter waren die Pfarreiengemeinschaft Thüngersheim-Retzbach, die Diözesanstelle Berufung &amp; Lebensorientierung und das Ordensreferat.</p><p>(2025/0489; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Ordensreferat (nicht löschen!)</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Main-Spessart</category><category>Würzburg</category><category>Weihbischof Paul Reder</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62740</guid><pubDate>Tue, 12 Nov 2024 18:02:00 +0100</pubDate><title>Studientag der AGFO zum Thema „Frauen im frühen Christentum“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/studientag-der-agfo-zum-thema-frauen-im-fruehen-christentum/</link><description>Einmal jährlich im Herbst lädt die Arbeitsgemeinschaft der Frauenorden im Bistum Würzburg die Ordensfrauen zu einem Studientag ein.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 9. November 2024 fand dieser Studientag zum wiederholten Male im Ursulinenkloster statt, und zwar mit Frau Dr. Agnes Rosenhauer vom Fortbildungsinstitut Würzburg zum Thema „Frauen im frühen Christentum“. Rund 60 Ordensfrauen sind der Einladung gefolgt und setzten sich mit diesem interessanten und spannenden Thema auseinander.</p><p>Nach einer kurzen Vorstellungs- und Einstimmungsrunde stellte uns Frau Dr. Rosenhauer die lehramtlichen Äußerungen und Entwicklungen zur Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche vor. Auf der Einladung und immer wieder in der Powerpoint-Präsentation fanden wir ein Bild von einem Fresko aus einer Kirche in Therwil in der Schweiz, das den Titel „Acht Frauen“ trägt. Diese modern gezeichneten Frauen sollen acht Frauen aus dem frühen Christentum darstellen. Wir begaben uns also auf Spurensuche, um diesen Frauen näherzukommen und das Bild sozusagen „mehr freizulegen“.</p><p>So arbeiteten wir immer wieder mit Schriftstellen und wendeten uns als Erstes den Frauenlisten im NT zu. Dabei fiel uns auf, dass vor allem Maria aus Magdala genannt wird, die sowohl bei der Kreuzigung, bei der Grablegung als auch beim Osterzeugnis eine Rolle spielt. In unserer weiteren Arbeit - methodisch abwechselnd durch kurze Vorträge der Referentin und in Kleingruppenarbeit – beschäftigten wir uns noch mit der Berufung von Paaren durch Jesus, den Nachfolgebedingungen, mit Bildworten und Gleichnissen, aus denen Erkenntnisse für die Bedeutung von Frauen gezogen werden können, und schließlich mit der Rolle von Frauen in frühchristlichen Gemeinden. Dabei behandelten wir vor allem Aquila und Priska, aber auch Phoebe, die von Paulus in Röm 16,1 als „Patronin von vielen“ und von ihm selbst bezeichnet wird, und die er als „Diakon der Gemeinde in Kenchreä“ vorstellt. Allerdings ist festzuhalten, dass mit den biblischen Begriffen „diakonos“ noch kein Amt gemeint und verbunden war, sondern es sich um Funktionen handelte. Doch einige Neutestamentler sind der Meinung, dass Phoebe als „Patronin“ am Verkündigungsdienst teilhatte und in ihrer Hausgemeinde den Vorsitz bei der Feier des Herrenmahles hatte.</p><p>Neben dem interessanten Wissensgewinn und Austausch über die Rolle von Frauen in der Kirche/im Christentum damals und heute gab es Möglichkeiten zur Begegnung und Gespräch beim gemeinsamen Mittagessen und beim Nachmittagskaffee.</p><p>Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick auf die nächsten Termine und einer kurzen Gebetszeit.</p><p><em>Sr. Johanna Ankenbauer, OSU Vorsitzende der AGFO</em></p>]]></content:encoded><category>Ordensreferat (nicht löschen!)</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58650</guid><pubDate>Mon, 13 Nov 2023 16:54:00 +0100</pubDate><title>AGFO-Studientag am 11. November 2023</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/agfo-studientag-am-11-november-2023/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Zu ihrem jährlichen AGFO-Studientag (Arbeitsgemeinschaft der Frauenorden im Bistum) kamen am Samstag, 11. November 2023, etwa 70 Ordensfrauen im Ursulinenkloster zusammen. Die Referentin Frau Dr. Hildegard Gosebrink, Leiterin der Arbeitsstelle Frauenseelsorge der Freisinger Bischofskonferenz, stellte den Studientag unter das Thema: „Edith Stein – Sich selbst treu bleiben und von Gott finden lassen“ und brachte den Teilnehmerinnen auf sehr anschauliche, lebendige und beeindruckende Weise die vielschichtige Person und Persönlichkeit Edith Steins näher. Zwischendurch wurde auch immer wieder mit Texten von Edith Stein gearbeitet und so beispielsweise auch die spirituelle „dunkle Nacht“ betrachtet.</p><p>Zu Beginn der Veranstaltung dankte die Vorsitzende der AGFO den bisherigen Ordensreferenten, Herrn Domkapitular Dietrich Seidel und Sr. Teresa Reulbach OSA, für ihre treuen und guten Dienste im Ordensreferat und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der AGFO und überreichte ein kleines Geschenk. Außerdem wurden die neuen Ordensreferenten, Herr Domvikar Paul Weismantel und Sr. Johanna Ankenbauer OSU, von den Vorstandsmitgliedern Sr. Rita-Maria Käß OSA und Sr. Alexandra Gambietz OSF begrüßt und mit guten Wünschen für ihre neue Aufgabe bedacht.</p><p>Beim gemeinsamen Mittagessen und der Kaffeepause war auch Gelegenheit für Begegnung und Austausch. Mit einer kurzen gemeinsamen Gebetszeit endete die Tagesveranstaltung.</p><p><strong>Sr. Johanna Ankenbauer OSU</strong></p>]]></content:encoded><category>Ordensreferat (nicht löschen!)</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49452</guid><pubDate>Mon, 29 Nov 2021 14:55:35 +0100</pubDate><title>Eine Schule der Gemeinschaft</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/eine-schule-der-gemeinschaft/</link><description>Neue Oblatenrektorin für die Abtei Münsterschwarzach – Carola Holzmann übernimmt Amt von Pater Noach Heckel</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach</strong> (POW) Zum ersten Mal hat die Benediktinerabtei Münsterschwarzach eine Oblatenrektorin: Carola Holzmann, selbst Oblatin, wurde von Abt Michael Reepen ernannt. Ihr Vorgänger Pater Noach Heckel übergab das Amt am Samstag, 20. November, im Rahmen des jährlichen Oblatentags. Auch der von ihm eingeführte Oblatenrat, bestehend aus vier Mitgliedern der Gemeinschaft, wurde verabschiedet. Am Vormittag legten überdies drei Frauen und zwei Männer ihre Oblation ab.</p><p>Unter Moderation von Pater Udo Küppers, der weiterhin von Seiten des Mönchskonvents für die Betreuung der Oblatengemeinschaft verantwortlich sein wird, stand der Abend unter dem Zeichen von Abschied und Neubeginn. Reepen dankte dem scheidenden Oblatenrektor, den er 2010 in dieses Amt eingesetzt hatte. Heckels Anliegen sei es immer gewesen, die Oblaten selbstständiger und selbstbewusster zu machen. Er habe in den vergangenen Jahren viele Akzente gesetzt und darauf vorbereitet, was heute möglich ist: eine Oblatenrektorin aus den eigenen Reihen. Zudem sei ihm immer daran gelegen gewesen, die Oblaten im Konvent präsent zu machen, unter anderem in Fürbitten. Immer habe Heckel seinen Dienst sehr ernst genommen.</p><p>Ursula Dippel (Schwester Theresa) vom Oblatenrat brachte das Plakat mit, das Heckel für den ersten Oblatentag vorbereitet hatte. Die Worte „Miteinander auf dem Weg zu Gott, Oblaten und Mönche von Münsterschwarzach“ hätten die Oblatengemeinschaft über Jahre begleitet. In dieser Zeit sei die Gemeinschaft gemeinsam mit ihm wichtige Schritte gegangen, er habe diese „Trends gesetzt“. „Du hast den Oblatentag und die Oblationsfeier in die Mitte der Gemeinschaft geholt, die Kandidaten im Probejahr intensiv begleitet, die elektronische Kommunikation vorangebracht, das Oblatenverzeichnis angelegt und somit, wie Du es wolltest, der Gemeinschaft ein Gesicht gegeben, neue Formate der Begegnung geschaffen und uns immer wieder auf den Wert der Stille und des Schweigens aufmerksam gemacht“, sagte Dippel. Vieles habe es vorher nicht gegeben, und für die „älteren“ Oblaten sei vieles davon nach wie vor nicht selbstverständlich. Von all dem werde auch nun noch etwas bleiben.</p><p>In seiner Abschiedsrede erinnerte sich Heckel an das erste Wochenende mit den Oblaten. Das Haus Scholastika sei damals eingerüstet gewesen und so sei für ihn diese Baustelle ein Sinnbild dafür gewesen, dass etwas Neues entstehe. Er sei sich anfangs unsicher gewesen, ob sich alle darauf einlassen würden. Doch auch das sei sinnbildlich für diese Zeit gewesen, diese Offenheit seitens der Oblatengemeinschaft. Besonders dankbar sei er außerdem für den Rückhalt seitens des Mönchskonvents, wo er immer versucht habe, die Tür zwischen Mönchen und Oblaten weit offen zu halten. Nun blicke er dankbar auf die Zeit zurück, die ihm persönlich auch Freude bereitet habe.</p><p>Auch erinnerte Heckel sich an das erste Treffen mit dem neu gewählten Oblatenrat, das unter Begleitung eines Textes von Papst Johannes Paul II. stand. Darin heißt es: „Die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft machen, darin liegt die große Herausforderung, die in dem beginnenden Jahrtausend vor uns steht, wenn wir dem Plan Gottes treu sein und auch den tiefgreifenden Erwartungen der Welt entsprechen wollen.“ Hier zeige sich der Anklang an Benedikt und seine Regel. Die Oblatengemeinschaft sei eben auch das Haus und die Schule der Gemeinschaft. Gemeinsam hätten sie in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass sie ein Haus Gottes sei. Besonders betonte er das Herzblut, mit dem Schwester Brigitte (Brigitte Soik), Schwester Johanna (Hannelore Ritz), Schwester Theresa (Ursula Dippel) und Schwester Silke (Silke Obenauer) immer alles vorbereitet und sich gekümmert haben. Auch Pater Udo Küppers, der interimsmäßig die Oblatengemeinschaft in diesem Sommer begleitet hatte, betonte den geistlichen und spirituellen gemeinsamen Weg.</p><p>Mit einem Segen übergab Reepen das Amt der Oblatenrektorin an Carola Holzmann (Schwester Hanna Felizitas), die bereits am Vormittag im Gottesdienst bei der Oblation die neuen Oblaten begleitete. Ein Vers aus der Benediktsregel, die Reepen am Morgen aufgeschlagen hatte, sollte sie in ihrem neuen Amt begleiten. Im Cellerarskapitel heißt es: „denn niemand soll verwirrt und traurig werden im Hause Gottes“. Das sei eine Daueraufgabe, auch als Abt. Benedikts großes Anliegen sei der Friede im Kloster, dass jeder habe, was er benötige – und das sei ein wunderbarer Anfang für sie als Oblatenrektorin.</p><p>Holzmann war beim Spaziergang am Vormittag ein Gedicht von Christina Busta in den Sinn gekommen, bei dem es heißt: „Gemessen an der kosmischen Uhr bleibt uns für unsere Liebe nicht einmal ein Milliardstel von einer halben Sternsekunde. Wir haben keine Bedenkzeit.“ Es gebe keine Bedenkzeit dafür, zögernd weiterzugehen. Daher habe sie die Hoffnung, in der Spur von Heckel weiterzubleiben. Sie hoffe, dass sie alles in ihrer Kraft Stehende dafür tun könne, und sei voller Zuversicht für ihre neue Aufgabe. Als Zeichen übergab der Abt ihr ein Faksimile des Lektionars der Benediktsregel, welches auch die Abtei Münsterschwarzach nutzt.</p><p class="text-right"><em>jm (Abtei Münsterschwarzach)</em></p><p>(4821/1167; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kitzingen</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48972</guid><pubDate>Tue, 12 Oct 2021 16:39:52 +0200</pubDate><title>„Beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/beispielhaftes-engagement-fuer-gefluechtete-menschen/</link><description>Schwester Juliana Seelmann mit dem Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zell am Main/Würzburg</strong> (POW) Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen hat am Sonntag, 10. Oktober, bei einer Feierstunde den Würzburger Friedenspreis 2021 erhalten. Im Juni war sie vom Würzburger Amtsgericht wegen „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ schuldig gesprochen worden, weil sie zwei Frauen Kirchenasyl gewährte. Das Friedenspreis-Komitee ehrte die Ordensfrau nun im Würzburger Burkardushaus für ihr „langjähriges, hartnäckiges und beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen“. Das Preisgeld von 3000 Euro möchte Seelmann der Arbeit in der Migrantenmedizin zur Verfügung stellen.</p><p>Seelmann ist in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg als Krankenschwester tätig. Sie arbeitet seit 2008 im „Würzburger Modell“ mit. Dieses Modell ermöglicht es einem Team unter der Leitung von Professor Dr. August Stich, Chefarzt der Tropenmedizin des Klinikums Würzburg Mitte, Asylbewerberinnen und Asylbewerber medizinisch zu versorgen. Seelmann und ihre Kollegen sind an fünf Tagen pro Woche im Einsatz. „Sie erfahren dabei mehr, als viele von uns ertragen können“, betonte Stich bei der Preisverleihung. Er sei manchmal als Arzt bei den Sprechstunden in der Gemeinschaftsunterkunft im Einsatz und es sei jedes Mal ein Blick in den Abgrund. „Mir reicht es schon nach einer Stunde, ich habe mich weit aus meiner Komfortzone herausbewegt und will eigentlich nur noch weg. Für Schwester Juliana und das gesamte Team ist das die Arbeit eines jeden Tages“, sagte Stich.</p><p>Es sei ein Glücksfall, dass er von Seelmann lernen dürfe, fuhr der Chefarzt fort – von der Professionalität, der Fürsorge und Verlässlichkeit, aber auch von der Bescheidenheit. Für ihn habe vor Gericht nicht die Ordensfrau gestanden, sondern die Frage, „wie weit man mit seinem Gewissen und seiner Fürsorge gehen kann, wenn Menschen wirklich in Not sind, wenn man durch seinen ganz persönlichen Einsatz Rettung bewirken kann“. Gegen das Urteil haben sowohl Seelmann und ihr Anwalt als auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Einen Termin für den Berufungsprozess gibt es noch nicht.</p><p>Rückendeckung erfuhr Seelmann auch von Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Er bezeichnete ihren selbstlosen Einsatz als exemplarisch und forderte sie auf: „Bitte machen Sie weiter und hören Sie nicht auf, Ihren christlichen Glauben und Ihre Nächstenliebe zu leben.“</p><p>Seelmann erzählte bei der Preisverleihung, dass sie durch Zufall zum „Würzburger Modell“ kam. Von einer Kollegin angeworben, kam sie für ein Praktikum und spürte, dass sie diesen Ort „nicht mehr verlassen kann und will“. Um ihre Arbeit zu veranschaulichen, schilderte sie drei ganz persönliche Fluchtgeschichten. Die Menschen der Gemeinschaftsunterkunft werden in allen Belangen medizinisch versorgt, das reicht von einfachen Erkältungen über Schwangerschaftsberatungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Oft kämen die Geflüchteten aber auch ins Sprechzimmer, weil sie einfach reden wollten, sich Begegnung wünschten, beschrieb Seelmann ihren Arbeitsalltag. Dazu gehöre auch ein Mensch, zu dem sie Vertrauen fassen könnten, der sie nicht verurteile oder nach ihrem rechtlichen Status bewerte: „Ich bin da, ich gehe ein Stück mit dir, ich halte mit dir aus.“</p><p>Seelmann ging auch auf das Kirchenasyl ein. Sie betonte, dass sie es in Einzelfällen für dringend notwendig halte, um Menschen vor Gewalt und vor menschenunwürdigen Lebensbedingungen zu schützen. Der Würzburger Friedenspreis sei daher eine Auszeichnung für das ganze medizinische Team und für die Oberzeller Franziskanerinnen. „Als Einzelne könnte ich das nicht leisten, es geht nur in der Gemeinschaft.“</p><p class="text-right"><em>Anja Mayer (Kloster Oberzell)</em></p><p>(4121/0995; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Asyl, Flüchtlinge, Integration</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48510</guid><pubDate>Mon, 16 Aug 2021 15:56:31 +0200</pubDate><title>Mit dem Herzen immer noch in Südafrika</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/mit-dem-herzen-immer-noch-in-suedafrika/</link><description>Schwester Rosa Drescher von den Oberzeller Franziskanerinnen lebte und wirkte 60 Jahre in Südafrika – Seit Anfang Juli zurück im Kloster Oberzell – Hilfe zur Selbsthilfe ein wichtiges Anliegen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oberzell/Schleerieth/Südafrika</strong> (POW) Sie wollte als Missionarin ins Ausland gehen. Das wusste Schwester Rosa Drescher (86) schon als Jugendliche. Woher dieser Wunsch kam, kann sie heute nicht mehr erklären. Aber sie spürt noch immer, wie wichtig ihr das war. 1951 trat sie der Ordensgemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen bei und folgte 1961 dem Ruf ins Ausland. 60 Jahre lebte sie in Südafrika. Anfang Juli kam die 86-Jährige zurück nach Deutschland, um ihren Lebensabend bei ihren Mitschwestern im Antoniushaus des Klosters Oberzell zu verbringen, schreibt die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung.</p><p>Drescher wurde in Schleerieth (Landkreis Schweinfurt) geboren und trat 1951 mit 16 Jahren den Franziskanerinnen bei. Sie lernte den Beruf der Gärtnerin, arbeitete im Garten des Mutterhauses in Oberzell – und behielt ihr Vorhaben stets im Auge. Sie lernte Englisch und reiste schließlich 1961 nach Südafrika. „Drei Wochen waren wir unterwegs“, erzählt sie. Ob die Reise damals nicht beschwerlich war? Drescher blickt viel lieber auf das Schöne zurück und schwärmt von dem Miteinander auf dem Schiff. „Wir haben viel zusammen gesungen.“</p><p>Sie landete zunächst in Eshowe, einer Stadt in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Eine ihrer ersten Begegnungen hat sich tief eingeprägt: Ein Kind lief weinend vor ihr davon, es hatte noch nie eine weiße Frau gesehen. Die junge Ordensfrau ging behutsam auf das Kind zu und konnte letztlich mit Süßigkeiten das Vertrauen gewinnen. Mit ihren „sweets“ verwöhnte sie fortan nicht nur ihre kleinen Freunde. Bei Drescher weckte diese Begegnung Erinnerungen an die eigene Kindheit. Als die Amerikaner nach dem Krieg in ihr Dorf kamen, war es ihre Schwester, die große Angst vor den „schwarzen Menschen“ hatte. Schon damals sei ihr klar gewesen: „Wir sind alle Geschöpfe Gottes.“</p><p>Im Konvent in Eshowe arbeitete sie im Haushalt und im Garten, baute Gemüse und Obst an für die eigene Versorgung. In einem Konvent der Benediktinerinnen lernte Drescher die Zulu-Sprache. Sie war später eine der wenigen Schwestern, die gut Zulu sprachen. So kam sie mit den Menschen vor Ort gut in Kontakt. 1965 wechselte sie nach Mbongolwane im südafrikanischen Hinterland. Fast 30 Jahre lebte sie hier unter den Menschen, etwa 20 Jahre davon arbeitete sie im Krankenhaus in Mbongolwane, das zu der Zeit noch zur Missionsstation gehörte. Als das Krankenhaus staatlich wurde, arbeitete Drescher noch weitere drei Jahre dort. Anschließend absolvierte sie einen Nähkurs, gründete und führte dann rund zehn Jahre das Nähzentrum in Mbongolwane. Diese Hilfe zur Selbsthilfe sei ihr von Beginn an ein großes Anliegen gewesen. Die tollsten Sachen hätten übrigens die Frauen aus dem Umland genäht, verrät sie. Am Ende eines Kurses habe es auch immer eine Ausstellung gegeben.</p><p>Drescher half auch in der Wäscherei und kümmerte sich auch in Mbongolwane um den Garten. Sie wollte den Menschen zeigen, wie sie sich selbst versorgen können. Viele bekamen ein kleines Stück Garten auf dem Gelände, um das sie sich eigenverantwortlich kümmern sollten. Ihre Ernte durften die Einwohner verkaufen und sich so einen Verdienst erarbeiten.</p><p>Regelmäßig schauten im Garten die Kinder vorbei, die im 1988 von Oberzeller Schwestern gegründeten Kinderheim Sankt Joseph betreut wurden. Überhaupt schwärmt sie von den netten Menschen in Südafrika, sie habe nie Probleme gehabt. Nach der Rückkehr aus einem längeren Heimaturlaub aufgrund einer Hüftoperation wurde Drescher wieder zurück nach Eshowe versetzt, wo sie ebenfalls im Haushalt und im Garten mithalf. Ihre Nähkurse in Mbongolwane übernahm eine schwarze Mitschwester. Drescher hat ihr Leben als Missionarin geliebt: „Ich war immer happy.“</p><p>Mit 86 Jahren wollte sie nun auch selbst zurück nach Deutschland. Ende Juni 2021 war der bewegende Abschied von der Pfarrei in Südafrika. Im Gottesdienst sollte sie nach vorne kommen, man erzählte von ihrem Wirken, und eine Gruppe von ehemaligen Mitarbeiterinnen aus Mbongolwane verabschiedete sich von ihrer „Mama we-thu“ – „unserer Mutter“.</p><p>Nun lebt sich die 86-Jährige im Antoniushaus ein, dem Pflegeheim der Oberzeller Franziskanerinnen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klostergelände. Sie fühle sich wohl hier, sei mit ihrem Herzen und ihren Gedanken aber auch noch in Südafrika. Kurz nach ihrer Abreise begannen in der Provinz KwaZulu-Natal die Ausschreitungen wegen der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma. Eines Nachts klingelte das Telefon in Dreschers Zimmer. Am anderen Ende der Leitung sei eine ihrer Mitschwestern gewesen, die angsterfüllt erzählte, dass Unruhestifter den Elektrozaun umgerissen hätten. Sie wusste nicht, wen sie anrufen sollte, und wählte Dreschers Nummer in Deutschland. Auch wenn sie nun weit entfernt sei, die Verbundenheit mit ihren Mitschwestern und den Menschen in Südafrika werde bleiben: „Ich konnte nicht helfen, aber ich habe gebetet, dass ihnen nichts geschieht.“</p><p><em><strong>Schwester-Rosa-Fest</strong></em></p><p>In ihrem Heimatdorf Schleerieth erfuhr Schwester Rosa Drescher große Unterstützung. 1993 veranstaltete die Dorfjugend erstmals das Schwester-Rosa-Fest. Regelmäßig gab es dieses Fest fürs ganze Dorf mit buntem Programm. Der Erlös floss immer in die Missionsarbeit der Oberzeller Franziskanerinnen in Südafrika. Zuletzt fand das Schwester-Rosa-Fest 2019 statt.</p><p>(3321/0804; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Schweinfurt</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48442</guid><pubDate>Mon, 09 Aug 2021 15:28:17 +0200</pubDate><title>Friedenspreis für Schwester Seelmann</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/friedenspreis-fuer-schwester-seelmann/</link><description>Würzburg/Oberzell (POW) Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen wird mit dem Würzburger Friedenspreis 2021 ausgezeichnet.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Friedenspreis werde Seelmanns langjähriges, hartnäckiges und beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen gewürdigt, schreibt das Komitee Würzburger Friedenspreis in einer Pressemitteilung. Die Verleihungsfeier ist am Sonntag, 10. Oktober, um 11 Uhr im Würzburger Burkardushaus.</p><p>Seelmann sei in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg als Krankenschwester tätig. In besonderen Härtefällen gewährte sie, gemeinsam mit ihren Mitschwestern, von Abschiebung bedrohten Frauen Kirchenasyl. „Schwester Juliana steht damit nach Meinung des Komitees beispielhaft für das wichtige, vielfältige Engagement in unserer Region für geflüchtete Menschen, gerade auch durch die Gewährung von Kirchenasyl.“</p><p>Das Amtsgericht Würzburg habe sie am 2. Juni 2021 wegen der Gewährung von Kirchenasyl zu einer Geldstrafe verurteilt. Das sieht das Komitee als „politisch gewollten Versuch, geflüchtete Menschen in großer Not und ihre engagierten Helfer zu kriminalisieren und abzuschrecken“. Das Instrument des Kirchenasyls stelle nach Meinung des Komitees jedoch ein wichtiges Hilfsmittel dar, um in Einzelfällen übergroße Härten abzumildern, Menschenwürde zu schützen und rechtsstaatliche Verfahren weiterzuentwickeln. Der Würzburger Friedenspreis ist 2021 mit 3000 Euro dotiert.</p><p>Der Würzburger Friedenspreis wird seit 1995 jährlich an eine Person oder Gruppierung aus der Region verliehen, die sich für den Frieden, die Völkerverständigung und die gewaltfreie Lösung von Konflikten eingesetzt hat. Mehr Informationen gibt es im Internet unter <a href="http://www.wuerzburger-friedenspreis.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.wuerzburger-friedenspreis.de</a>.</p><p>(3221/0784; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48441</guid><pubDate>Mon, 09 Aug 2021 14:14:01 +0200</pubDate><title>Erlöserschwester Liutraut Kraus im Alter von 106 Jahren gestorben</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/erloeserschwester-liutraut-kraus-im-alter-von-106-jahren-gestorben/</link><description>Würzburg (POW) Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Erlöserschwester Liutraut Kraus am 25. Juli im Alter von 106 Jahren gestorben. Sie war nach Angaben des Ordens die älteste Schwester der Kongregation.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kraus wurde 1915 in Schweinfurt geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin und trat 1945 in die Kongregation ein. Das Noviziat verbrachte sie im Haus Maria Amalie in Bad Kissingen. Am 15. Oktober 1951 legte sie die Erstprofess ab, am 14. Oktober 1957 die Ewige Profess. Seit 1951 war sie in der Kunstabteilung im Mutterhaus der Erlöserschwestern tätig und gestaltete dort unter anderem Karten, Kerzen und Wachsreliefs. Noch im April diesen Jahres konnte Kraus das seltene 70. Professjubiläum feiern. Generaloberin Schwester Monika Edinger würdigte die Verstorbene: „Du hast so gelebt, wie Mutter Theresa es ihren Schwestern ans Herz gelegt hat: Lass nicht zu, dass Dir jemand begegnet, der nicht nach der Begegnung mit Dir glücklicher ist.“ Die Beisetzung fand am 29. Juli auf dem Würzburger Hauptfriedhof statt.</p><p>(3221/0783; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Personalmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47707</guid><pubDate>Tue, 01 Jun 2021 15:23:40 +0200</pubDate><title>BR Fernsehen an Fronleichnam mit Pater Anselm Grün</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/br-fernsehen-an-fronleichnam-mit-pater-anselm-gruen/</link><description>Münsterschwarzach/München (POW) Unter der Überschrift „Fronleichnam – mit Pater Anselm Grün“ steht ein Beitrag im BR Fernsehen am Fronleichnamstag am Donnerstag, 3. Juni, von 18.45 bis 19 Uhr.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für Benediktinerpater Dr. Anselm Grün sei Fronleichnam ein Fest der Verwandlung und eine Chance, den eigenen Blickwinkel zu verändern, heißt es in der Ankündigung. Rituale wie jene an Fronleichnam trügen für ihn dazu bei, die Sehnsucht nach dem „ganz Anderen“ wachzuhalten, dass der Mensch nicht vereinnahmt werde von Regeln und Inzidenzzahlen, von Politik, Wirtschaft und ökonomischen Zwängen. Weitere Informationen im <a href="https://www.br.de/mediathek/video/fronleichnam-mit-pater-anselm-gruen-fronleichnam-mit-pater-anselm-gruen-av:60781fcfc8fe330007b0fb04" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Internet</a>.</p><p>(2221/0519; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Kitzingen</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Veranstaltungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47676</guid><pubDate>Thu, 27 May 2021 15:43:15 +0200</pubDate><title>Handeln aus christlicher Überzeugung</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/handeln-aus-christlicher-ueberzeugung/</link><description>Online-Pressekonferenz der Oberzeller Franziskanerinnen zum Kirchenasyl-Prozess gegen Schwester Juliana Seelmann – Generaloberin Ganz: Kirchenasyl nur in Härtefällen – Bischof Jung stellt sich hinter Tradition des Kirchenasyls</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zell am Main</strong> (POW) Wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt durch Gewährung von Kirchenasyl in zwei Fällen muss sich Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen am Mittwoch, 2. Juni, vor dem Amtsgericht in Würzburg verantworten. Die Gemeinschaft hatte in den Jahren 2019 und 2020 jeweils einer Frau aus Nigeria Kirchenasyl gewährt. Beide waren vor der Zwangsprostitution geflohen. Die Gewährung von Kirchenasyl werde mit einer Straftat gleichgesetzt, sagte Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, bei einer virtuellen Pressekonferenz im Vorfeld der Verhandlung am Donnerstag, 27. Mai. „Aber es kommt niemand zu Schaden indem wir das tun, was wir tun.“ Jeder einzelne Fall werde genau abgewogen und Kirchenasyl nur in schwerwiegenden Härtefällen gewährt. Bischof Dr. Franz Jung erklärte sich in einem persönlichen Statement solidarisch mit Seelmann und den Oberzeller Franziskanerinnen. „Das Kirchenasyl kritisiert nicht den Rechtsstaat, sondern hilft in Einzelfällen Menschen in extremen Notsituationen“, betont er darin: „Schwester Juliana hat aus tiefster christlicher Überzeugung gehandelt und zwei Frauen in Not vor Obdachlosigkeit und erneuter Zwangsprostitution geschützt.“</p><p>„Es schockiert mich immer wieder neu, was diese Frauen Leidvolles erlebt haben“, sagte Seelmann. Die eine, heute 23 Jahre alt, sei mit etwa 15 Jahren von der eigenen Mutter in die Zwangsprostitution geschickt worden. Ihre Zuhälterin habe sie erst nach Libyen, dann nach Italien gebracht. Zweimal sei sie nach Deutschland geflohen. Sie lebte von September bis Ende Dezember 2019 in Oberzell und hat mittlerweile ein Aufenthaltsrecht zugesprochen bekommen. Ein ähnliches Schicksal erlebte eine heute 34-jährige Frau, die sich bei einem Freier zudem mit HIV ansteckte und aufgrund der Krankheit besonders verletzlich und auf ärztliche Kontrollen angewiesen sei. Sie lebte von Mitte Februar bis Mitte Mai 2020 in Oberzell und wartet immer noch auf ihren Bescheid. „Ich sehe in beiden Fällen einen Härtefall gegeben“, betonte Seelmann und zitierte die Ordensgründerin Antonia Werr: „Wir müssen den auf dem Strom des Lebens Gescheiterten eine rettende Hand reichen.“ Je nachdem, wie am 2. Juni entschieden werde, sei sie auch bereit, den Weg bis in die höchste Instanz zu gehen.</p><p>Benediktinerbruder Abraham Sauer, der selbst im April in einem Kirchenasyl-Verfahren vor dem Amtsgericht Kitzingen freigesprochen worden war, erklärte sich solidarisch mit Seelmann und verlas eine Botschaft von Abt Michael Reepen. In begründeten humanitären Härtefällen, unter Einhaltung der Absprachen mit den Behörden und eingehender Gewissensprüfung gewähre man in der Abtei Münsterschwarzach in Einzelfällen Kirchenasyl als Ultima Ratio, heißt es darin. „Damit kritisieren wir nicht den Rechtsstaat; unser Gewissen will aber den Blick auf die extreme Notlage eines Menschen lenken, der Hilfe bedarf.“ Auch Seelmann und die Oberzeller Franziskanerinnen hätten Frauen in einer besonderen Notlage Kirchenasyl gewährt.</p><p>Es sei in Oberzell nicht darum gegangen, bewusst rechtliche Bestimmungen zu übertreten, sondern darum, zwei Menschen vor befürchteten schweren Menschenrechtsverletzungen, vor Zwangsprostitution und Verelendung zu bewahren, sagte Jürgen Heß, Geschäftsführer des Würzburger Flüchtlingsrats. Wenn der Staat nicht dazu bereit sei, würden dies die Ordensgemeinschaften und Kirchen tun. „Kirche muss sich immer als Anwalt von Menschen in Not verstehen. Der Staat sollte es sich deshalb gut überlegen, ob er christliches Handeln weiterhin strafrechtlich verfolgen möchte.“</p><p>Der Kontakt zwischen den beiden geflüchteten Frauen und den Oberzeller Franziskanerinnen war über den Verein Solwodi zustande gekommen. Ein Kirchenasyl werde im Vorfeld sehr sorgfältig geprüft und die Behörden über den Aufenthaltsort informiert, betonte Renate Hofmann, Leiterin von Solwodi Bad Kissingen. Sie erklärte auch, dass ein Kirchenasyl für die Schutzsuchenden mit massiven Einschränkungen ihrer Freiheit verbunden sei. So könnten beispielsweise Mütter, die sich im Kirchenasyl befinden, ihre Kinder nicht einmal zum Arzt oder auf den Spielplatz begleiten. Ausdrücklich dankte Hofmann den Oberzeller Franziskanerinnen für ihre Hilfe.</p><p>Kirchenasyl sei „eine der schwierigsten Fragestellungen“ und werde nur nach einer sorgfältigen Prüfung gewährt, sagte Robert Hübner, Diözesanbeauftragter für Asylseelsorge. „Es ist für uns die Ultima Ratio, um Menschen in höchster Not beizustehen, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Wir sind sehr froh um Klostergemeinschaften, die bereit sind, diesen Menschen beizustehen.“</p><p>Es sei ein Fehler, Menschen zu kriminalisieren, die anderen Menschen in Not helfen, erklärte Rechtsanwältin Bettina Nickel, stellvertretende Leiterin des Katholischen Büros in Bayern, der rechtlichen Vertretung der bayerischen (Erz-)Bistümer. Ihrer Ansicht nach liege keine Straftat vor, denn der Aufenthaltsort der beiden nigerianischen Frauen sei den Behörden jederzeit bekannt gewesen. Ihre Erfahrung aus dem bundesweiten Austausch sei, dass das Kirchenasyl nur in Bayern so scharf verfolgt werde. Das Recht gewähre hier Interpretationsspielräume und unterschiedliche Auslegungen. Nickel wünschte sich ein Grundsatzurteil, dass die Gewährung von Kirchenasyl nach gründlicher Abwägung des Einzelfalls nicht strafbar sei.</p><p>Weitere Informationen gibt es auf der <a href="http://www.oberzell.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Homepage</a> der Oberzeller Franziskanerinnen. Mehr zum Kirchenasyl unter <a href="http://www.kirchenasyl.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.kirchenasyl.de</a>.</p><p><em><strong>Statement von Bischof Dr. Franz Jung</strong></em></p><p>„Ich stehe hinter der Tradition des Kirchenasyls, es geht in allen Fällen um den Schutz der Menschenwürde und der Menschenrechte. Es legt die besonderen humanitären Härten im Rahmen des europäischen Asylsystems offen. Das Kirchenasyl kritisiert nicht den Rechtsstaat, sondern hilft in Einzelfällen Menschen in extremen Notsituationen. Jedem Kirchenasyl geht stets reifliche Überlegung, Beratung und Gewissenserkundung voraus. Bestätigt sehe ich die Praxis des Kirchenasyls durch den Freispruch von Bruder Abraham aus der Abtei Münsterschwarzach, den das Gericht mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit begründete. In diesem Sinne stehe ich auch hinter Schwester Juliana und den Oberzeller Franziskanerinnen, die Frauen in besonderen Notlagen Kirchenasyl gewährt und sich dabei an alle Absprachen gehalten haben. Schwester Juliana hat aus tiefster christlicher Überzeugung gehandelt und zwei Frauen in Not vor Obdachlosigkeit und erneuter Zwangsprostitution geschützt.“</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2221/0510; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto&nbsp;abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Asyl, Flüchtlinge, Integration</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47654</guid><pubDate>Tue, 25 May 2021 13:44:59 +0200</pubDate><title>Mit Vertrauen in die Zukunft</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/mit-vertrauen-in-die-zukunft-1/</link><description>Gottesdienst zum Jubiläum „800 Jahre Franziskaner in Würzburg“ – Bischof Jung warnt vor „falschen Ängsten“ und „übergroßen Befürchtungen“ – Wallfahrt vom Wöllrieder Hof zur Franziskanerkirche</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Beim Festgottesdienst zum Jubiläum „800 Jahre Franziskaner in Würzburg“ hat Bischof Dr. Franz Jung zu mehr Vertrauen in die Zukunft und Experimentierfreude aufgerufen. Er sei dankbar und froh über die Präsenz der Franziskaner in Würzburg, sagte der Bischof am Pfingstmontag, 24. Mai, in der Würzburger Franziskanerkirche. Der Gottesdienst wurde unter den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen gefeiert. Wer auf eine 800-jährige Geschichte zurückschauen könne, der wisse um Höhen und Tiefen, der kenne Zeiten des Aufblühens genauso wie Zeiten des Niedergangs. „Wer so viel gesehen und so viel erlebt hat wie diese Mauern, der lässt sich nicht so leicht entmutigen, auch wenn einem der Wind ins Gesicht bläst.“</p><p>Das sei auch bei der Gründung vor 800 Jahren nicht anders gewesen. Eine erste Mission der Franziskaner in Deutschland im Jahr 1219 sei an den Sprachkenntnissen gescheitert, wie Bischof Jung in seiner Predigt erklärte. Auf die Frage, ob sie zu den Ketzern und Albigensern gehörten, hätten sie mit „Ja“ geantwortet, und seien daraufhin aus der Stadt gejagt worden. Diese Begebenheit lehre zweierlei: „Es ist gut, die Sprache der Menschen zu sprechen, wenn man missionarisch unterwegs sein will. Und dass man nicht zu allem Ja sagen muss, gerade wenn man einen evangeliumsgemäßen Lebensstil propagiert.“ Es erfordere, vielem ein beherztes Nein entgegenzusetzen, was der durchschnittliche Bürger für normal oder zeitgemäß erachtet.</p><p>Nach der ersten gescheiterten Mission habe die Gemeinschaft eine „panische Angst vor Deutschland“ und der „deutschen Wut“ ergriffen, sagte der Bischof. Doch hätte sie auch gelernt, dass man am besten Deutsch spricht, um weiterzukommen. Mit Hilfe der Brüder Caesarius und Julian von Speyer sei die Ausbreitung des Ordens daraufhin in „geradezu beängstigender Schnelligkeit“ vorangegangen. „Wir stehen uns selbst oft im Weg mit falschen Ängsten und übergroßen Befürchtungen“, sagte Bischof Jung. Zu schnell ziehe man sich zurück in sein „Schneckenhaus“. „Wir leben in einer Zeit, in der oft nur die Methode ,trial and error‘ weiterhilft und Experimentierfreude gefragt ist. Ein erster Fehlschlag sollte nicht dazu verleiten, die Flinte gleich ins Korn zu werfen.“</p><p>Die Brüder hätten einen dreifachen Auftrag gehabt, fuhr der Bischof fort. Sie sollten sich zum einen den Menschen zeigen – das Evangelium leben ohne verwässernde Kommentare und dabei Freude ausstrahlen. „Vielleicht ist auch in unseren Tagen der radikale Gegenentwurf gefragt, der die Dinge nicht nur ein bisschen anders macht, sondern alles auf eine Karte setzt. Kirchenreform aus dem Herzen der Kirche selbst und nicht gegen die Kirche“, erläuterte Bischof Jung. Zudem sollten sie in der Nachfolge des heiligen Franziskus die Buße predigen. „Ihr Auftrag bestand darin, die Menschen zur Umkehr zu bewegen. Buße nicht durch Worte, sondern vor allem durch Beispiel predigen.“ Auch sollten sie für die nachfolgenden Brüder Unterkünfte vorbereiten. Diese hätten zu Beginn oft außerhalb der Stadtmauern gelegen, an den Rändern, wohin man die Aussätzigen verbannt hatte. Diese Mission habe bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren, betonte der Bischof. Mit der Würzburger Straßenambulanz und der Armenspeisung halte etwa Bruder Tobias Matheis den Ursprungsgedanken wach.</p><p>Über dem Klostereingang zeige ein Relief den heiligen Franziskus, der die Stigmatisation der Wundmale des Herrn empfange. „Die offenen Wunden erinnern an die zahllosen Verwundungen in Kirche und durch Kirche, in Stadt und Gesellschaft, die nach Heilung verlangen“, erläuterte der Bischof. Das Fest der Kreuzauffindung als Patrozinium der Franziskanerkirche meine die Verpflichtung, wachen Sinnes zu sein und im Geist des heiligen Franziskus nach den unverbundenen Wunden der leidenden Glieder des Leibes Christi zu suchen. „Nicht nur in der Krankenhausseelsorge, in der Bruder Maximilian Bauer einen wertvollen Dienst leistet, sondern auch im prophetischen Sinn hier in der Stadt.“ Es wäre schön, schloss Bischof Jung, wenn es gelänge, Spuren zu hinterlassen, „die anderen erlauben, sich daran zu orientieren und den Weg zu Christus zu finden“.</p><p>Trotz mancher Hindernisse sei es den Franziskanern vor 800 Jahren gelungen, in Würzburg heimisch zu werden und Wurzeln zu schlagen, hatte Guardian Bruder Adam Kalinowski zu Beginn des Gottesdienstes betont. Die Würzburger Bischöfe hätten der Gemeinschaft immer Schutz und Segen gewährt. „Dafür sind wir dankbar.“ Provinzial Andreas Murk schloss sich dem Dank an und erklärte mit Blick auf das auf 2022 verschobene Jubiläumsprogramm: „Wir haben Übung darin, aus jeder Situation das Beste zu machen.“ Stellvertretend für den Gemeindegesang sangen Bruder Maximilian Bauer, Bruder Leopold Mader und Bruder Josef Fischer.</p><p>Dem Gottesdienst vorangegangen war eine Wallfahrt vom Wöllrieder Hof zum Würzburger Franziskanerkloster, an der auch Bischof Jung sowie Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, mit drei weiteren Schwestern teilnahmen. Oberbürgermeister Christian Schuchardt dankte für das 800-jährige Wirken in der Stadt und betonte, dass die Stadt Würzburg immer an der Seite der Franziskaner sei. Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1245 kümmerten sich die Brüder unter anderem um die Seelsorge an den Aussätzigen auf dem Wöllrieder Hof.</p><p><strong>Franziskaner-Minoriten</strong></p><p>Zum Würzburger Minoritenkonvent gehören nach Angaben der Gemeinschaft derzeit knapp 15 Brüder aus mehreren Nationen. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Seelsorge an der Franziskanerkirche: Hier stehen vor allem Gottesdienste sowie die Beicht- und Gesprächsseelsorge auf dem Programm. An der Klosterpforte erhalten Bedürftige eine Brotzeit – die „Würzburger Straßenambulanz“, gegründet 2003, ist mittlerweile in der Stadt eine bekannte Institution der tätigen Nächstenliebe. Ein Bruder der Gemeinschaft arbeitet als Seelsorger an der Würzburger Universitätsklinik. Darüber hinaus übernehmen die Brüder Aushilfen in Pfarreien und Schwesterngemeinschaften und halten Exerzitienkurse im gesamten Bundesgebiet.</p><p>Zur Ordensprovinz Sankt Elisabeth gehören aktuell 40 Brüder und neben Würzburg fünf weitere Niederlassungen. Das Jubiläumsjahr brachte sogar eine Neugründung mit sich: Am 2. Februar 2021 eröffnete die deutsche Ordensprovinz mit Unterstützung der indischen und rumänischen Brüder ein neues Kloster im Bistum Osnabrück. Seitdem leben Franziskaner-Minoriten in der ehemaligen Kommende auf Lage in Rieste.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2121/0505; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47653</guid><pubDate>Tue, 25 May 2021 13:41:14 +0200</pubDate><title>Ein Segen für die Menschen</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/ein-segen-fuer-die-menschen/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung beim Pontifikalgottesdienst zum Jubiläum „800 Jahre Franziskaner in Würzburg“ am Pfingstmontag, 24. Mai, in der Franziskanerkirche in Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Brüder und Söhne des heiligen Franziskus,</p><p>Liebe Töchter des heiligen Franziskus und der heiligen Klara,</p><p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,</p><p>als Bischof von Würzburg freue ich mich sehr, heute mit Ihnen allen das große Jubiläum 800 Jahre Präsenz der franziskanischen Ordensfamilie in Würzburg feiern zu dürfen. Ein Kloster, noch zu Lebzeiten des heiligen Franziskus gegründet 1221, das also bis in die Ursprünge der franziskanischen Bewegung zurückreicht und damit den Hauch heiligen Beginnens in sich trägt.</p><p>Wer auf eine 800-jährige Geschichte zurückschauen kann, der weiß um Höhen und Tiefen. Der kennt Zeiten des Aufblühens genauso wie Zeiten des Niedergangs. Der staunt darüber, wie viel eine Ordensniederlassung dem Charisma Einzelner verdankt wie beispielsweise dem eigentlichen Gründer Caesarius von Speyer. Und der erschrickt zugleich darüber, wie eine scheinbar stabile Gemeinschaft plötzlich von den Zeitläufen hinweggefegt werden kann wie etwa zur Zeit der Säkularisation. Das Kloster war schon zum Aussterben verurteilt und das Ende der Gründung eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Allein König Ludwig I. war es zu verdanken, dass es weiterhin Bestand hatte.</p><p>Wer auf eine 800-jährige Geschichte zurückschaut, vermag nicht zuletzt einzuschätzen, was menschliche Tüchtigkeit zuwege bringt. Und er ahnt ebenso, dass jeder sich umsonst müht, wenn nicht der Herr selbst das Haus baut (Ps 127,1). Und er weiß auch um die Unmöglichkeit, das geheimnisvolle Ineinander von Natur und Gnade sauber zu unterscheiden.</p><p>In jedem Fall erfüllt uns der Blick auf das 800-jährige Bestehen des Würzburger Franziskanerklosters mit großer Dankbarkeit. Der Dank geht an Gott selbst, der immer wieder seine schützende Hand über das Kloster und seine Brüder gehalten hat. Er sorgte dafür, dass das Wirken der Brüder in Stadt und Umgebung zum Segen für die Menschen wurde und noch immer wird.</p><p>Neben der Dankbarkeit aber schenkt uns der Rückblick auf eine jahrhundertealte Geschichte eine gehörige Portion Gelassenheit. Denn wer so viel gesehen und so viel erlebt hat wie diese Mauern, der lässt sich nicht so leicht entmutigen, auch wenn einem der Wind ins Gesicht bläst.</p><p>Das war bei der Gründung vor 800 Jahren nicht anders. Deshalb lohnt es sich meines Erachtens, den Gründungsvorgang am heutigen Festtag etwas eingehender zu betrachten. Immerhin hat uns ein Augenzeuge, Jordan von Giano, Mitglied der franziskanischen Pioniertruppe wider Willen, einen höchst anschaulichen Bericht über die Umstände der Klostergründung hinterlassen. Er ist verfasst im Geiste franziskanischer Einfachheit und Verschmitztheit. Auf seinen Erfahrungsbericht stütze ich mich deshalb bei meinen folgenden Ausführungen. Dazu vier Gedanken:</p><p><strong>1. Als Franziskaner nicht immer Ja sagen</strong></p><p>„…aufgrund der Einsicht, dass sie dank des Wortes ,Ja‘ wohlwollend behandelt wurden, beschlossen sie, auf jegliche Frage mit ,Ja‘ zu antworten.“ So berichtet Jordan von Giano im Zusammenhang mit dem ersten Versuch der Brüder, in Deutschland Fuß zu fassen. Auf jede Frage mit Ja zu antworten, erwies sich allerdings schon sehr bald als fatale Entscheidung. Anfänglich scheint es durchaus angemessen gewesen zu sein, auf die Frage wohlgesinnter Bürger nach ihrer Bedürftigkeit mit Ja zu antworten. Gewährte man ihnen doch großzügig Unterkunft und bedachte sie reichlich mit Nahrungsmitteln.</p><p>Dieselbe Antwort bei kritischen Zeitgenossen führte jedoch zu ganz anderen Konsequenzen. Als sie auf die Frage, ob sie denn zu den Ketzern und Albigensern gehörten, ebenfalls mit Ja antworteten, überhäufte man sie mit Schande und Schmach und prügelte sie aus der Stadt.</p><p>So sehr uns einerseits die franziskanische Einfalt anrührt, so lehrt uns diese Begebenheit andererseits zumindest zweierlei. Erstens, dass es gut ist, die Sprache der Menschen zu sprechen, wenn man missionarisch unterwegs sein will.</p><p>Und zweitens, dass man nicht zu allem Ja sagen muss, gerade wenn man einen evangeliumsgemäßen Lebensstil propagiert. Denn das erfordert, vielem ein beherztes Nein entgegenzusetzen, was der durchschnittliche Bürger für normal oder zeitgemäß erachtet.</p><p>Beides wünsche ich Ihnen für Ihre Mission: Die Sprache der Menschen zu sprechen und sie damit anzusprechen und sich verständlich zu machen. Und zweitens, das beherzte Nein all dem entgegenzusetzen, was die evangeliumsgemäße Lebensform verunklart und verwässert. Dass es sich dabei um viele heikle und im Detail auch anstrengende Abwägungsfragen handelt, sollte dennoch den Willen zur inneren Klarheit und Kompromisslosigkeit nicht vergessen lassen, die den heiligen Franziskus auszeichneten.</p><p><strong>2. Keine Angst vor dem „Furor Theutonicus“</strong></p><p>Nach den traumatischen Erinnerungen an die ersten Gehversuche in Deutschland im Jahre 1219 begann sich in der Gemeinschaft eine panische Angst vor Deutschland breitzumachen. Die Rede war vom sprichwörtlichen „furor theutonicus“, der „deutschen Wut“, von der Grausamkeit der Deutschen und deren Wildheit, so dass Deutschland gemeinhin als Land der Märtyrer galt. Allein der Name der Deutschen genügte schon, um den Brüdern einen gehörigen Schrecken einzujagen. Dementsprechend berichtet Jordan von Giano, 90 Mitbrüder seien „todesbereit“ beim Pfingstkapitel 1221 aufgestanden, um sich von Franziskus in einem zweiten Anlauf nach Deutschland senden zu lassen.</p><p>Nun, wer wollte in Abrede stellen, dass der „furor theutonicus“ noch heute jenseits der Alpen für Angst und Schrecken sorgt. Die typisch deutsche Gründlichkeit und Unerbittlichkeit ist ja auch uns selbst bisweilen unheimlich. Denn ein wenig vom Geist franziskanischer Unbekümmertheit und Improvisation täte uns sicher so manches Mal gut.</p><p>Indes lehrte aber auch das Scheitern der ersten Deutschlandmission, dass man sich am besten eines Deutschen bediente, um hier weiterzukommen. Die Wahl fiel auf Caesarius von Speyer, was mich natürlich mit besonderer Freude und auch ein klein wenig Stolz erfüllt. Immerhin, etwas Lokalpatriotismus mag mir am heutigen Festtag gestattet sein. Schließlich gehört Caesarius mit Julian von Speyer zu den Brüdern der ersten Generation, die im Orden prägend gewirkt haben.</p><p>Caesarius ließ sich von der deutschen Wut nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Im Gegenteil, er überzeugte durch seinen Weitblick und sein Organisationstalent, mit der er der franziskanischen Sache diente und die Ausbreitung des Ordens in Deutschland in geradezu beängstigender Schnelligkeit vorantrieb. Der „furor theutonicus“ wurde so der noch jungen Gemeinschaft dienstbar gemacht. Das gefürchtete Deutschland erwies sich keineswegs als Land der Märtyrer, sondern sog begierig die franziskanische Botschaft auf, die hier auf weithin fruchtbaren Boden fiel.</p><p>Also: keine falsche Angst vor dem Martyrium, sondern Mut zum echten Glaubenszeugnis, auf das auch heute dieses Land so sehr wartet und das es auch dringend braucht. Mut muss allerdings mit Sachverstand gepaart sein, um Erfolg zeitigen zu können.</p><p>Ich lerne aus dieser Episode, dass wir uns selbst oft im Weg stehen mit falschen Ängsten und übergroßen Befürchtungen. Anstatt im Vertrauen auf Gott und großer Entschiedenheit den Glauben zu verkünden, ziehen wir uns dann zu schnell in unser Schneckenhaus zurück.</p><p>Und noch eines lerne ich. Ein erster Fehlschlag sollte nicht zur Resignation Anlass geben. Wir leben in einer Zeit, in der oft nur die Methode „trial and error“ weiterhilft und Experimentierfreude gefragt ist. Das verlangt, sich auszusetzen, sich gegebenenfalls auch lächerlich zu machen. Aber ein erster Fehlschlag sollte nicht dazu verleiten, die Flinte gleich ins Korn zu werfen. Die richtige Mannschaft, der rechte Zeitpunkt und das Feuer des heiligen Franziskus helfen weiter.</p><p><strong>3. Vom dreifachen Auftrag der Brüder</strong></p><p>Von Würzburg aus wurden zwei Brüder in die deutschen Städte an der Rheinschiene ausgesandt. Jordan nennt eigens Straßburg, Speyer, Worms, Mainz und Köln. „Dabei zeigten sie sich den Menschen, predigten das Wort von der Buße und bereiteten für die nachfolgenden Brüder Unterkünfte vor.“ Der dreifache Auftrag bei der Aussendung hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.</p><p><strong>Sich den Menschen zeigen</strong></p><p>Die Brüder sollten sich den Menschen zeigen. Zwar gab ihr Auftreten Anlass zum Missverständnis, wie die Misshandlungen beim ersten Missionsversuch zeigten. Sie sahen den Häretikern zum Verwechseln ähnlich. Was die Aufmerksamkeit auf sich zog, war der dezidiert einfache Lebensstil. Der reichen und mächtigen Kirche ihrer Tage wollten sie als Gegenentwurf ein Leben in radikaler Armut entgegensetzen.</p><p>Was die Ketzer also völlig zurecht als korrekturbedürftig erkannt hatten, aber jetzt außerhalb und gegen die Kirche zu verwirklichen suchten, bemühten sich die Franziskaner innerhalb und zum Wohle der Kirche zu leben. In jedem Fall erkannten die Zeitgenossen in den Brüdern eine echte Alternative, die sie aufrüttelte, provozierte und zu der man sich verhalten musste. Dass sich so viele Brüder innerhalb so kurzer Zeit dem Orden anschlossen, bewies, dass sie den Nerv ihrer Zeit getroffen hatten.</p><p>„Sich den Menschen zeigen“, heißt also, den Menschen vorzuleben, was es bedeutet, das Evangelium „sine glossa“, das Evangelium ohne verwässernden Kommentar und Ermäßigung zu leben und dabei innere Freude auszustrahlen. Vielleicht ist auch in unseren Tagen gerade der radikale Gegenentwurf gefragt, der die Dinge nicht nur ein bisschen anders macht, sondern alles auf eine Karte setzt. Kirchenreform aus dem Herzen der Kirche selbst und nicht gegen die Kirche.</p><p><strong>Das Wort von der Buße predigen</strong></p><p>In der Nachfolge des heiligen Franziskus sollten sie die Buße predigen. Nicht die dogmatische Predigt war ihr Ding, denn die war den Gebildeten und Klerikern vorbehalten. Ihr Auftrag bestand darin, die Menschen zur Umkehr zu bewegen. Nicht mit klugen und gelehrten Worten, sondern durch ihr Auftreten und die eindringlichen Mahnungen wollten sie wirken. Dabei hatte Franziskus selbst keinerlei Zweifel daran gelassen, wie man sich den idealen Prediger vorzustellen habe:</p><p><em>„Der Knecht Gottes muss durch sein heiligmäßiges Leben so sehr zu einer Flamme werden, dass er durch das Licht des guten Beispiels und durch die Sprache, die sein Lebenswandel spricht, alle Gottlosen im Gewissen trifft. So, meine ich, wird der Glanz seines Lebens und der Wohlgeruch seines guten Rufes allen ihre Sündhaftigkeit kundtun.“</em></p><p>Buße nicht durch Worte, sondern vor allem durch Beispiel predigen. In einer Zeit permanenter Überflutung durch Worte eine wichtige Mahnung. Buße im ursprünglichen und biblischen Sinn, verstanden als beständige Umkehr und Hinkehr zu Gott.</p><p>Scharf unterschied Franziskus zwischen den Rednern und den Predigern. Während erstere sich ihrer schönen Worte rühmen, vermögen es letztere, die Menschen innerlich anzurühren. Das allerdings setzt voraus, im stillen Gebet und der Kontemplation das zu erfassen und zu erbitten, was nachher heilige Unterweisung werden will, ohne sich im hohlen Wortgeklingel zu ergehen.</p><p><strong>Für die nachfolgenden Brüder Unterkünfte vorbereiten</strong></p><p>Unterkünfte für die Nachfolgenden sollten die ersten Brüder vorbereiten. Diese Unterkünfte lagen zu Beginn oftmals außerhalb der Stadtmauern. Die Brüder sollten an die Ränder gehen ganz im Sinne von Papst Franziskus, dorthin, wohin man die Leprosen und Aussätzigen verbannt hatte. Eingedenk des Bekehrungserlebnisses des heiligen Franziskus, der in dem Aussätzigen Christus erkannt hatte, wollten sie in den Armen Christus dienen, wie hier anfangs beim Wöllrieder Hof, wo unsere heutige Wanderung ihren Anfang genommen hat.</p><p>Die ursprüngliche Unterkunft gilt es nicht zu vergessen. Sie ist Erinnerung an eine Mission, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat. Von daher freue ich mich ausdrücklich über das Engagement von Bruder Tobias für die Ärmsten der Armen in der Straßenambulanz und die Armenspeisung des Konvents. Sie halten den Ursprungsgedanken heiliger Bruderschaft gerade mit den Ausgestoßenen wach und zeigen, was es heißt, „nackt dem nackten Christus zu folgen“.</p><p><strong>4. Das Patrozinium der Kirche: Kreuzauffindung</strong></p><p>Auf zwei Dinge möchte ich in diesem Zusammenhang noch hinweisen.</p><p>Zum einen auf das Relief, das Julius Echter von Michael Kern fertigen ließ und über den Klostereingang setzte. Es zeigt den heiligen Franziskus, der in der Stigmatisation die Wundmale des Herrn empfängt.</p><p>Und zum anderen möchte ich an das Patrozinium der Klosterkirche erinnern, die dem Fest der Kreuzauffindung geweiht ist.</p><p>Der Empfang der Wundmale war für Franziskus seine persönliche Kreuzauffindung. Dem gekreuzigten Herrn wollte er nachfolgen. Dessen Wundmale prägten sich an seinem Leib aus. Er wurde zu einem mitfühlenden Menschen. Dass die Wundmale nicht einfach abheilten, sondern offenblieben, wurde dabei zum Fanal, die offenen Wunden der Menschen nicht zu meiden. Vielmehr erinnerten die offenen Wunden an die zahllosen Verwundungen in Kirche, Stadt und Gesellschaft, die nach Heilung verlangen.</p><p>Kreuzauffindung als Patrozinium meint also die Verpflichtung, wachen Sinnes zu sein und im Geist des heiligen Franziskus nach den unverbundenen Wunden zu suchen der leidenden Glieder des Leibes Christi. Nicht nur in der Krankenhausseelsorge, in der Bruder Maximilian einen wertvollen Dienst leistet, sondern auch im prophetischen Sinn hier in der Stadt. Der stigmatisierte Mensch hat einen Sinn für alle Stigmatisierten, für all die, die ausgesondert, weggesperrt und marginalisiert werden. Kreuzauffindung wird zum geistlichen Vermächtnis und Auftrag für den ganzen Konvent.</p><p><strong>Die Kurzpredigt des Heiligen Franziskus</strong></p><p>Wie segensreich und aufrüttelnd die ersten Brüder gewirkt haben, erhellt aus der Notiz des Jordan von Giano, wonach die Menschen die Fußspuren der Franziskaner geküsst hätten. Die Einfachheit und Demut der Söhne des heiligen Franziskus hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Nun müssen die Menschen sicher nicht unsere Fußspuren küssen. Aber schön wäre es dennoch, wenn es gelänge, Spuren zu hinterlassen, die anderen erlauben, sich daran zu orientieren und den Weg zu Christus zu finden. Das wünsche ich Ihnen allen heute von Herzen. Ebenso herzlich danke ich Ihnen für Ihren Einsatz in der Seelsorge und für das vertrauensvolle Miteinander mit dem Bistum.</p><p>Das letzte Wort sei an diesem Tag jedoch dem heiligen Franziskus selbst überlassen. Die aufrüttelnde Kurzpredigt, die Thomas von Celano überliefert, sei Ihnen Aufmunterung und Ermutigung für hoffentlich noch viele gute Jahre hier in Würzburg und Deutschland:</p><p><em>„Großes haben wir versprochen, Größeres ist uns versprochen,</em></p><p><em>halten wir jenes, sehnen wir uns nach diesem.</em></p><p><em>Flüchtig ist unser Begehren, ewig die Strafe;</em></p><p><em>gering das Leid, unvergänglich die Herrlichkeit!</em></p><p><em>Der Ruf geht an viele, wenige werden auserwählt;</em></p><p><em>vergolten wird allen!“</em></p><p>Möge dem, der uns Größeres versprochen hat, als wir uns ausdenken können, auch unser größerer Eifer gelten.</p><p>Ad multos annos! Auf noch viele segensreiche und gesegnete Jahre hier in Würzburg!</p><p>Amen.</p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Dokumentationen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47581</guid><pubDate>Tue, 18 May 2021 11:45:11 +0200</pubDate><title>Virtueller Vortrag mit Pater Anselm Grün: „Mut zu Entscheidungen“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/virtueller-vortrag-mit-pater-anselm-gruen-mut-zu-entscheidungen/</link><description>Würzburg (POW) Ein virtueller Vortrag zum Thema „Mut zu Entscheidungen“ mit Bestsellerautor Benediktinerpater Dr. Anselm Grün wird am Mittwoch, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Rahmen der Reihe „Kolping-Forum“ angeboten.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Mensch trifft ständig Entscheidungen, heißt es in der Ankündigung. Es gibt die vielen kleinen Entscheidungen in der Arbeit, im Miteinander der Familie. Aber es gibt auch die großen Lebensentscheidungen. Viele Menschen tun sich schwer, sich zu entscheiden. Sie haben Angst, sie könnten die falsche Entscheidung treffen oder die anderen könnten sie kritisieren, weil sie sich so entschieden haben. Im Vortrag werden Hindernisse und Schwierigkeiten bei Entscheidungen angeschaut und Hilfen aufgezeigt, um zu lernen, wie man sich gut entscheidet. Es gehe darum, dem eigenen Gewissen zu trauen und aus der eigenen Mitte heraus Entscheidungen zu treffen. Grün ist Autor, geistlicher Berater und Kursleiter für Meditation und Kontemplation. Er gehört zu den meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart und ist Verfasser von rund 250 spirituellen Büchern, die in über<br />30 Sprachen übersetzt wurden. Die Teilnahme kostet pro Person 15 Euro. Weitere Auskünfte gibt es im <a href="http://www.kolping-akademie-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Internet</a>.</p><p>(2021/0482; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47512</guid><pubDate>Wed, 12 May 2021 11:01:23 +0200</pubDate><title>Generaloberin Ganz predigt beim Ökumenischen Kirchentag</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/generaloberin-ganz-predigt-beim-oekumenischen-kirchentag/</link><description>Zell am Main/Frankfurt (POW) Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, hält beim Abschlussgottesdienst zum dritten Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) am Sonntag, 16. Mai, zusammen mit der methodistischen Pfarrerin Mareike Bloedt die Predigt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Da der ÖKT zum ersten Mal dezentral und digital gefeiert wird, überträgt das <a href="https://www.zdf.de/live-tv" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">ZDF</a> auch den Abschlussgottesdienst an der Weseler Werft in Frankfurt am Main live ab 10 Uhr. Unter dem Motto „Schaut hin – blickt durch – geht los“ werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, ehrlich hinzuschauen, einander zu vertrauen und über Grenzen hinweg gemeinsam zu handeln, schreibt die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung. Darauf beziehe sich auch Ganz in ihrer Predigt. Es gehe ihr darum, Leben weiterzugeben – nicht nur im wörtlichen Sinn als Eltern, sondern auch, indem man Neues schafft, Kirche und Gesellschaft mitgestaltet. Der Gottesdienst wird geleitet von Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie dem griechisch-orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Der Ökumenische Kirchentag findet vom 13. bis 16. Mai in Frankfurt am Main statt.</p><p>(2021/0460; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46897</guid><pubDate>Tue, 16 Mar 2021 15:42:34 +0100</pubDate><title>Bischof Jung würdigt verstorbenen Augustinusforscher Mayer</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/bischof-jung-wuerdigt-verstorbenen-augustinusforscher-mayer/</link><description>Würzburg (POW) Den kürzlich verstorbenen Augustinerpater Professor em. Dr. Petrus Cornelius Mayer hat Bischof Dr. Franz Jung in einem Kondolenzschreiben an Provinzial Augustinerpater Lukas Schmidkunz gewürdigt. „Seine beeindruckende Publikationsliste zeugt von einer geradezu enzyklopädischen Bildung, die in einer enormen, scheinbar nie erlahmenden Schaffenskraft gründete und sich auf glückliche Weise mit einem Sinn für Innovation verband“, heißt es in dem Brief.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Anders seien Mayers wegweisende wissenschaftsorganisatorische Leistungen kaum zu erklären wie beispielsweise das Augustinus-Lexikon, das Corpus Augustinianum Gissense und die bibliographische Datenbank zur Primär- und Sekundärliteratur des Kirchenvaters. „Geschickt verstand er es, diese weitgespannten Aktivitäten unter dem Dach des Zentrums für Augustinusforschung zu vereinen und dieses der Universität als An-Institut anzugliedern. Dass er den Abschluss des Augustinus-Lexikons, der für Sommer in Aussicht genommen ist, nicht mehr erleben durfte, ist ein echter Wermutstropfen, der aber in Anbetracht der Größe des Geleisteten durchaus zu verschmerzen ist.“ Er verneige sich vor der Lebensleistung Mayers und sei dankbar dafür, dass das Bistum ihn habe beherbergen dürfen, betont der Bischof weiter. Als wahrer Bürger der „civitas Die“ dürfe der Verstorbene nun jene Vollendung schauen, von der der heilige Augustinus so wirkmächtig in seinem theologischen Werk gesprochen habe. „Gerne werde auch ich Ihres geschätzten Mitbruders in der Heiligen Messe gedenken, um ihn so der Fürbitte aller Heiligen, vor allem aber derjenigen seines Ordensvaters anzuempfehlen.“</p><p>(1121/0275; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46538</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 15:04:38 +0100</pubDate><title>Mönch, Missionar, Maler</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/moench-missionar-maler/</link><description>Künstlerpater Polykarp Uehlein wird 90 Jahre alt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach</strong> (POW) Mönch, Missionar, Maler: So ließe sich das Leben von Benediktinerpater Polykarp Uehlein in drei Worten zusammenfassen. Doch reichen diese drei Worte für seine außergewöhnliche Lebensgeschichte nicht aus. Am Montag, 15. Februar, wird Uehlein 90 Jahre alt.</p><p>Geboren wurde Uehlein am 15. Februar 1931 in Amorbach (Kreis Miltenberg) als Otto Ernst Ludwig Uehlein. Nach dem Abitur 1949 trat er 1950 in die Abtei Münsterschwarzach ein. Es folgten die Zeitliche Profess im Jahr 1951 und die Ewige Profess im Jahr 1954. Er studierte zeitgleich Philosophie und Theologie, bis er am 1. Juli 1956 durch den Bamberger Erzbischof Joseph Schneider zum Priester geweiht wurde.</p><p>###GALERIE###</p><p>Im Anschluss sollte Uehlein Englisch studieren, um am klostereigenen Gymnasium zu unterrichten. Doch es kam anders. Bei seinem Studium in London entdeckte er seine Leidenschaft zur Malerei und Kunst. Von 1960 bis 1963 studierte er bei Georg Meistermann an der Kunsthochschule in Frankfurt am Main. Bereits während seines Studiums illustrierte Uehlein Bücher des Autors Adalbert Seipolt und gestaltete zahlreiche Farbfenster für Kirchen. Eines seiner frühesten Werke waren die Farbfenster im Seminarbau der Abtei Münsterschwarzach.</p><p>1963 begann für Uehlein mit der Aussendung als Missionar nach Ndanda in Tansania ein neuer Lebensabschnitt. Dort setzte er sein künstlerisches Schaffen fort. In Tansania, Kenia und Togo gestaltete er über Jahrzehnte zahlreiche Fenster und Wandmalereien für Kirchen. Auch in Münsterschwarzach, im Bistum Würzburg und Sankt Ottilien wirkte er weiter bei der Ausgestaltung einzelner Kirchen mit. Unter anderem arbeitete er 2005 die Farbfenster der Krypta der Abteikirche neu aus. In vielen Ausstellungen wurden seine Werke gewürdigt, zu denen auch Zeichnungen, Leinwandgemälde und Aquarelle gehören.</p><p>2019 kehrte er nach einem Heimaturlaub in Münsterschwarzach aufgrund von gesundheitlichen Problemen, anders als geplant, nicht mehr nach Ndanda zurück. Seitdem lebt Uehlein auf der Infirmerie, der Kranken- und Pflegestation der Abtei Münsterschwarzach. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er nicht nur geistig fit, sondern auch im eigenen Atelier und seinem Zimmer weiterhin künstlerisch tätig und zeigte zuletzt im Oktober 2020 beim „Offenen Atelier“ sein Lebenswerk.</p><p class="text-right"><em>Julia Martin (Abtei Münsterschwarzach)</em></p><p>(0721/0166; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kitzingen</category><category>Weltkirche</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45947</guid><pubDate>Wed, 16 Dec 2020 10:54:24 +0100</pubDate><title>„Mehr als Jingle Bells“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/mehr-als-jingle-bells/</link><description>Abt Michael Reepen über Weihnachtstraditionen und Rituale im Benediktinerkloster Münsterschwarzach</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach</strong> (POW) Alle Jahre wieder sind der Advent und Weihnachten erfüllt mit Bräuchen und Ritualen wie Adventskränzen, Plätzchenbacken und Krippenspielen. All das gibt es in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach auch. Missionsbenediktiner Abt Michael Reepen verbringt sein 38.&nbsp;Weihnachten im Kloster. Was die Unterschiede der Advents- und Weihnachtszeit im Kloster sind, erzählt er im Gespräch.</p><p><em>POW: Was finden Sie das Schönste an Weihnachten im Kloster?</em></p><p>Abt Michael Reepen: Mir gefällt dieses Ruhige in der ganzen Adventszeit. Bei uns ist der Advent wirklich eine stille Zeit. Traditionell gehe ich die erste Woche im Advent auch in Exerzitien, das heißt, dass ich mich zurückziehe und für mich alleine an einem Ort bin. Mir gefällt auch die Weihnachtsnacht am 24.&nbsp;Dezember. Unsere Weihnacht in der Kirche ist sehr nüchtern. Diese Nüchternheit des Weihnachtsfests ist es, was Weihnachten im Kloster für mich ausmacht. Ich habe nichts gegen „Stille Nacht“ und Co., aber ich merke da, dass es noch um etwas anderes als „Jingle Bells“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ geht. Da ist mehr!</p><p><em>POW: Wie läuft der Heiligabend ab?</em></p><p>Reepen: Die Kirche und die Räume werden geschmückt. Wir haben jedes Jahr andere Krippen! Wir sind Missionsbenediktiner und haben die Fair-Handel GmbH, wo es Krippen aus aller Welt gibt. Jedes Jahr ist es eine Überraschung, welche wir für die Kirche bekommen und was Pater Meinrad Dufner noch künstlerisch daraus macht.</p><p>Nach einer alten Tradition beginnt bei uns der Heiligabend schon am Morgen mit einer Messe. In den liturgischen Texten an diesem Tag gibt es eine Steigerung: „Heute sollt ihr wissen, dass der Herr kommt und morgen werdet ihr schauen seine Herrlichkeit.“ Wenn man den Texten nachgeht, passiert so etwas Ähnliches, wie es bei Kindern passiert: Die Vorfreude und die Spannung steigen. Am Nachmittag feiern wir eine lateinische Vesper. Da singen wir uns hinein in das Weihnachtsfest. Diese ist interessanterweise sehr gut besucht. Nach der Vesper haben wir ein bisschen Zeit für uns, dann findet die Weihnachtsfeier im Refektorium (Speisesaal) statt: Wir kommen zusammen, es ist alles mit vielen Kerzen schön geschmückt, der Kantor singt die Ankündigung der Weihnacht, wir spielen Musik, tragen Gedichte vor, ich halte eine kurze Ansprache und es gibt ein festliches Abendessen.</p><p>Nach dieser Feier ziehen wir uns alle nochmal zurück, damit wir für die Christmette um 22.45 Uhr fit sind. Bei der sind wir alle in Weiß gekleidet. Wir singen uns eine Stunde lang mit Psalmen hinein in die Weihnacht. Unsere Weihnacht in der Kirche ist, wie schon gesagt, sehr nüchtern: Wir singen keine typischen Weihnachtslieder, und Christbaum und Krippe sind nicht so sehr im Fokus. Es geht darum, dass das Wort Gottes Mensch geworden ist. Die theologische Aussage, dass Gott einer von uns wird, ist das Thema. Um Mitternacht läuten alle Glocken und die Eucharistiefeier beginnt. Wir haben uns schon gefragt, ob wir unseren Gottesdienst nicht anpassen müssen, damit mehr Leute kommen, denn unsere Liturgie ist eben anders. Da kommen nämlich nicht viele Menschen. Wir beten direkt in der Nacht im Anschluss noch die Laudes. Da sind wir sowieso grade in Fahrt. Das hat auch den angenehmen Vorteil, dass man morgens länger schlafen kann (lacht). So um halb zwei gehen wir dann aus der Kirche. Ein paar junge Brüder oder manche, die Lust haben, setzen sich noch zusammen und feiern Weihnachten.</p><p><em>POW: Gibt es eine Bescherung?</em></p><p>Reepen: Nein, so im klassischen Sinn tatsächlich nicht. An Heiligabend liegt auf dem Platz von jedem Bruder etwas Kleines, entweder ein Büchlein, das grade neu in unserem Vier-Türme-Verlag erschienen ist, oder etwas aus dem Fair-Handel. Aber gegenseitig beschenken wir uns nicht.</p><p><em>POW: Gibt es eine bestimmte Mahlzeit?</em></p><p>Reepen: In jeder Familie gibt es eine Tradition. Ich komme aus dem Badischen, bei uns gab es immer Schäufele, nicht das Fränkische, sondern badisches Schäufele mit Kartoffelsalat. Allein wenn der Duft durch das Haus zog, war Weihnachten. Hier bei uns im Kloster gibt es seit einigen Jahren eine Fisch-Käse-Platte und wir trinken Wein dazu.</p><p><em>POW: Sehen Sie Ihre Familie zur Advents- und Weihnachtszeit mehr als sonst?</em></p><p>Reepen: Die Klostergemeinschaft ist meine Familie. Mit meinen Geschwistern telefoniere ich an Weihnachten und wir treffen uns zweimal im Jahr. Würden wir alle unsere Geschwister oder Freunde zur Weihnachtszeit treffen, wäre ja das ganze Kloster ausgeflogen.</p><p><em>POW: Vermissen Sie etwas von dem Weihnachten aus Ihrer Kindheit?</em></p><p>Reepen: Schäufele und Kartoffelsalat! (lacht) Ich habe eine gute Erinnerung an Weihnachten zu Hause in meiner Familie und darüber bin ich auch sehr froh, aber vermissen tue ich nichts.</p><p><em>POW: Wie bereiten Sie sich in der Klostergemeinschaft auf Weihnachten vor?</em></p><p>Reepen: In der Gemeinschaft haben wir eine ganze Reihe an Ritualen. Zum Beispiel am Samstagabend, jeweils vor den Adventssonntagen, findet eine Lichtfeier in unserem Refektorium zum Anzünden der Adventskerze statt. Wir singen das Rorate und lesen einen meditativen Text. Dabei brennt nur die Adventskerze, sonst ist alles dunkel. Der Sonntag beginnt ja mit der Vesper am Vorabend, deshalb ist das schon am Samstag. Im Anschluss essen wir gemeinsam. In der Adventszeit drehen sich alle Texte im Stundengebet und in der Messfeier um die Ankunft und Wiederkunft des Herrn und das Warten auf ihn. Das ist auch eine große Vorbereitung. Sieben Tage vor Weihnachten singen wir außerdem die O-Antiphonen. Das sind alte Anrufungen des Messias. In der Vesper stimmen wir diese an. Der Abt beginnt, und dann steigen alle anderen mit ein. Parallel dazu läutet die große Glocke. Da spürt man, wie die Spannung steigt. Das ist auch sehr schön! Liturgisch bereiten wir uns also sehr intensiv auf Weihnachten vor. Normalerweise halten wir, wenn wir in der Klausur, also im inneren Bereich des Klosters sind, sowieso das Schweigen. Im Advent besinnen wir uns noch einmal besonders darauf. Im Alltag wird es nämlich auch mal lauter, weil wir wieder mehr reden.</p><p><em>POW: Haben Sie ein Lieblingsweihnachtslied?</em></p><p>Reepen: Seit meiner Kindheit gefällt mir „Oh du fröhliche“. Meistens singen wir das beim Mittagessen am Weihnachtstag. Das ist übrigens auch wunderbar! Die Mitarbeiter aus der Küche kommen dazu und wir singen zusammen „O du fröhliche!“. Das ist inzwischen Tradition.</p><p><em>POW: Sie waren zwei Jahre in Tansania. Wie haben Sie Weihnachten dort erlebt?</em></p><p>Reepen: In Tansania sind die Voraussetzungen völlig anders. Es ist die heißeste Zeit im Jahr. Das Drumherum fällt weg. Die amerikanischen Blinklichter und Weihnachtsmänner sind gerade im Kommen, aber als ich dort war, war das noch nicht so stark. Weihnachtsspiele lieben die Afrikaner sehr. Das ist so ähnlich wie unser Krippenspiel. Dort finden sie aber mit einem echten Baby und mit echten Schafen und Hühnern statt. Das ist unheimlich lebendig. Bei einer Christmette im Kloster musste der Abt einschreiten. Es gibt schon Texte, aber die Afrikaner sind so spontan, dass sie sich nicht so streng an das Skript halten. Mittlerweile gibt es eigene Weihnachtslieder. Sie singen auch „Stille Nacht“ in Kisuaheli, aber wenn dort deutsche Weihnachtslieder angestimmt werden, dann ist das wie eine Bremse. Ihre eigenen Lieder sind im Rhythmus mit den Trommeln und den Rasseln! In Tansania sind die Gottesdienste allgemein lebendiger als in Deutschland.</p><p><em>POW: Müssen Sie aufgrund von Corona die Weihnachts- und Adventszeit im Kloster anders verbringen, als sonst?</em></p><p>Reepen: Intern feiern wir Weihnachten wie immer, weil wir als eine Hausgemeinschaft zählen. Wir werden die Menschen vermissen, die wahrscheinlich weniger an den Gottesdiensten teilnehmen werden. Das war unsere Erfahrung auch in den Kar- und Ostertagen. Die Kirche war leer. Aber wir machen ja die Gottesdienste nicht um eine Wirkung zu erzielen, nicht für eine Pfarrei, da wir keine Pfarrkirche sind, sondern um Gott zu loben und zu preisen. Wir versuchen die Menschen natürlich via Livestream und Gebetsanliegen miteinzubeziehen. Wir haben auch Schutzmaßnahmen. Immerhin leben hier 80 Brüder zusammen und viele davon gehören der Risikogruppe an. Wir sitzen beim Essen oder beim Chorgebet weiter auseinander, und gerade haben wir auch die Regelung, dass niemand zu privaten Veranstaltungen nach draußen geht</p><p><em>POW: Was würden Sie gerne Menschen außerhalb vom Kloster über Weihnachten mitgeben?</em></p><p>Reepen: Weihnachten ist auch dann, wenn ich traurig bin, leide, wenn ich alleine oder in Quarantäne bin. Weihnachten hängt nicht am Gefühl, sondern daran, dass Gott bei mir ist, dass Gott einer von uns geworden und mir nahe geworden ist – näher, als ich mir selber bin. Weihnachten ist, auch wenn es mir schlecht geht. Trotz allem und in allem bin ich nicht alleine. Gott sagt: „Ich bin bei dir.“ Das Tolle ist ja, dass Jesus nicht im Hotelzimmer oder in der Wohnung geboren wurde, sondern im Stall, wo es sehr einfach ist. Also ist Gott auch da, wo ich bin, wo es bei mir sehr einfach ist. Jesus wurde mittenrein geboren, wo es schmutzig ist, wo Ochs und Esel leben. Das heißt auch, dass es keinen Ort bei uns gibt, wo er nicht hineinkommt.</p><p class="text-right"><em>Interview: Magdalena Rössert (POW)</em></p><p>(5120/1316; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kitzingen</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45508</guid><pubDate>Mon, 16 Nov 2020 14:09:51 +0100</pubDate><title>Weihnachten zuhause feiern</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/weihnachten-zuhause-feiern/</link><description>Abtei Münsterschwarzach bietet Weihnachtspaket an – Engel, Stern und liturgisches Heft für Andachten daheim</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach</strong> (POW) Die Benediktinerabtei Münsterschwarzach will mit einem Weihnachtspaket auf Weihnachten vorbereiten und allen Hilfe geben, die keinen Zugang zu Gottesdiensten haben und die Weihnachtstage daheim feiern. Im Paket enthalten sind ein Bronze-Engel aus der Klostergoldschmiede, ein Speckstein-Stern aus dem Fair-Handel sowie ein liturgisches Heft mit Anleitungen für die Feier von Andachten zu Hause. Beginnend mit Donnerstag, 17. Dezember, sind darin Gebete, Bibeltexte und Betrachtungen aufgeführt, mit denen ein Hausgottesdienst im Familienkreis gefeiert werden kann. Zusätzlich werden auf der Website der Abtei Audio- und Videodateien mit benediktinischen Gesängen und Gedanken zur Verfügung gestellt, welche die Feier ergänzen können. Ein Segen von Abt Michael Reepen schließt jede Andacht ab.</p><p>Nach dem Vorbild des erfolgreichen Osterpakets lehnt sich auch das Andachtsheft an der benediktinischen Liturgie in Münsterschwarzach an. Dort werden ab dem 17. Dezember, eine Woche vor Weihnachten, im Stundengebet bei der Vesper die sogenannten O-Antiphonen gesungen. Diese sollen noch einmal besonders auf Weihnachten hinweisen und werden im Heft als Kurzandachten mit Betrachtungen von Benediktinerpater Dr. Anselm Grün aufgeführt.</p><p>Die empfohlenen Tagzeiten der Andachten für die Weihnachtstage von Heiligabend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag, 24. bis 26. Dezember, richten sich ebenfalls nach den Gebetszeiten von Vesper (abends) und Laudes (morgens) der Mönche. Für diese Tage wurden spezielle Gesänge aus dem Benediktinischen Antiphonale ausgewählt, die angehört oder mitgesungen werden können.</p><p>„Wir wissen, dass wir kein Weihnachtsgottesdienst-Ersatz sein können“, erklärt Dr. Matthias E. Gahr, der mit Pressesprecherin Julia Martin das Andachtsheft redaktionell verantwortet. Ganz bewusst seien einzelne Elemente der Münsterschwarzacher Stundenliturgie ausgewählt und auf die Hausandachten übertragen worden. Derzeit sei noch nicht klar, ob überhaupt ein Gottesdienstbesuch an Weihnachten möglich sei – und dann hinge es auch von jedem Einzelnen ab, ob er das Risiko eingehen wolle.</p><p>Daher soll das Paket Menschen unterstützen, die allein oder im Familienkreis Weihnachten zu Hause verbringen. Besonders helfe dabei der Gedanke&nbsp;an die Umstände der Geburt Christi, sagt Abt Reepen. „Jesus ist nicht im Hotelzimmer zur Welt gekommen, sondern im Stall, im Dreck. So dürfen wir wissen, dass Jesus auch in unsere ,dreckigen‘ Ecken kommt, in unser Alleinsein.“ Zusätzlich soll es die Möglichkeit geben, während der Christmette der Abtei Münsterschwarzach, die auch live über YouTube gestreamt wird, Gebetsanliegen über ein extra eingerichtetes Formular zu schicken.</p><p>Das Weihnachtspaket ist über den <a href="https://www.vier-tuerme.de/klosterpaket-weihnachten-zu-hause?c=741" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Onlineshop</a>&nbsp;des Vier-Türme-Verlags der Abtei erhältlich und beinhaltet jeweils einen „Ich hab dich lieb-Engel“ aus der Klostergoldschmiede, einen Speckstein-Stern aus dem Fair-Handel und das beschriebene liturgisches Heft mit Andachtsanleitungen. Das Andachtsheft kann auch einzeln erworben werden und eignet sich für Pfarreien als Hilfe zu Hausandachten. Koordiniert und verlegt wird das liturgische Heft im klostereigenen Vier-Türme-Verlag. Gedruckt wird in der Klosterdruckerei „Benedict Press“. Das Weihnachtspaket ist ab jetzt vorbestellbar und wird ab Freitag, 20. November, ausgeliefert, solange der Vorrat reicht.</p><p class="text-right">J<em>ulia Martin (Abtei Münsterschwarzach)</em></p><p>(4720/1183; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kitzingen</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44739</guid><pubDate>Mon, 07 Sep 2020 16:04:37 +0200</pubDate><title>Ein „mutiger Schritt“ auf der Spur des Lebens</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/ein-mutiger-schritt-auf-der-spur-des-lebens/</link><description>Schwester Katharina-Elisabeth Glombik legt Erstprofess in der Kapelle des Mutterhauses der Ritaschwestern ab</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) In einem feierlichen Gottesdienst hat Schwester Katharina-Elisabeth Glombik (30) am Samstag, 5. September, in der Kapelle des Mutterhauses der Ritaschwestern in Würzburg ihre zeitliche Profess abgelegt. Vor Gott und vor Generaloberin Schwester Rita-Maria Käß schloss sie sich verbindlich der Ordensgemeinschaft an. Im Beisein ihrer Formationsleiterin Schwester Teresa Reulbach, ihrer Mitschwestern sowie von Verwandten und Weggefährten gelobte sie für die Zeit von drei Jahren Gott geweihte Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam, schreibt die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung.</p><p>„Dreifaltiger Gott, du hast mich nach deinem Abbild geschaffen und in der Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Du hast mich berufen, in der Nachfolge Christi mein Leben dir und den Menschen zu schenken“, sagte Glombik in ihrer Professformel. Ihr handschriftliches Professversprechen unterschrieb sie auf dem Altar. Der Gottesdienst enthielt zahlreiche Riten und Symbole, unter anderem die Befragung der Novizin, ein stilles Gebet um den Heiligen Geist, das feierliche Professversprechen mit der Überreichung an die Generaloberin, die Segnung und Übergabe der Professkerze, des Professkreuzes und des Ordenskleides sowie die Annahme der neuen Professschwester mit herzlichem Applaus und persönlichen Worten und Gesten der Mitschwestern.</p><p>Zelebrant Domvikar Dr. Roland Baule (Hildesheim) betrachtete Glombiks Professversprechen als Echo auf Samuels Berufung im Tempel von Jerusalem (1.Samuel 3,1-10). Ihr persönliches „Hier bin ich, Herr. Ich bin bereit“ sei wie ein Wiederhall dessen. Schon als Ministrantin im Hildesheimer Dom habe Glombik ihr geistliches Interesse und ihren religiösen Sinn gezeigt und „nach der Spur ihres Lebens gesucht“. Wie jeder Lebensentwurf basiere auch das Ordensleben auf einem festen Grund, auf dem mutigen Schritt hin zum Ziel und auf der Entschiedenheit, den gefassten Beschluss durchzutragen. „Wir müssen als Christen von Gott erzählen und seine Nachfolge mit unserem Leben und Handeln bezeugen“, betonte Baule. Der Orden und das ganze Bistum Würzburg seien zu beglückwünschen und zu beneiden um die neue Ordensschwester. Der Festtag endete mit einer Vesper.</p><p>Glombik stammt aus Hildesheim in Niedersachsen. Nach dem Fachabitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Sankt Jakobushaus in Goslar studierte sie Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule Mainz mit dem Abschluss Praktische Theologin Bachelor of Arts. 2016 wurde sie Gemeindeassistentin und 2018 Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft „Sankt Kilian Würzburg-West, Waldbüttelbrunn“. Während ihres Schulpraktikums lernte Gombik die Ritaschwestern kennen und habe die Sehnsucht verspürt, in dieser Ordensgemeinschaft „ganz für Gott zu arbeiten“. Seit ihrem Eintritt ins Kloster wurde sie im Postulat und dem zweijährigen Noviziat von Schwester Teresa Reulbach und den Mitschwestern im Formationskonvent Himmelspforten als Ritaschwester ausgebildet. Mit dem Ablegen der Ordensgelübde beginnt für Glombik das Juniorat. Es endet mit der Profess auf Lebenszeit.</p><p>(3720/0917; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44497</guid><pubDate>Fri, 07 Aug 2020 12:37:41 +0200</pubDate><title>„Gutes Beispiel für Digitalisierung“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/gutes-beispiel-fuer-digitalisierung/</link><description>Digitalministerin Judith Gerlach besucht das Egbert-Gymnasium – Mit Lerncoaches und Social-Media-Angeboten durch den Corona-Lockdown</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach</strong> (POW) Bei einem Besuch im Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach (EGM) haben Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Digitales, und Barbara Becker, Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Kitzingen, Einblicke in die digitalen Aktivitäten der Klosterschule bekommen. Nicht erst seit der Coronakrise bemühe sich die Schule darin, erklärte Schulleiter Markus Binzenhöfer am Donnerstag, 6. August. Im Zuge der seit 2018 laufenden Generalsanierung werde die „digitale Schule“ schrittweise umgesetzt, so etwa bereits bei der Bauplanung und mit entsprechender technischer Ausstattung in den neuen Klassenzimmern, heißt es in einer Pressemitteilung.</p><p>Corona habe auch den digitalen Unterricht beschleunigt, sagte Lehrer Martin Pohl, Mitglied des Direktorats. Ein Vorteil des EGM sei gewesen, dass die Lernplattform „mebis“ bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern bereits etabliert war. Als „Kaltstart mit Standheizung“ bezeichnete er den Corona-Unterricht. Eine besondere Begleitung zusätzlich zum Unterricht hätten die Schüler durch Lerncoaches und das Tagesheim bekommen sowie die Möglichkeit, technische Geräte auszuleihen. Nach der Rückkehr an die Schule waren für das EGM die Erfahrungen wichtig, von denen zwei Schülerinnen beim Termin berichteten. Lernumfänge wurden entsprechend angepasst, zudem ein Angebot für Online-Sprechstunden geschaffen, erklärte Pohl. Während der Ferienzeit könnten die Schüler nun in einem freiwilligen Förderangebot den Unterrichtsstoff in Übungen und durch Begleitung von Lerncoaches nachholen.</p><p>Über die Möglichkeiten des digitalen Lernens anhand von Videos sprach Lehrer und Medienpädagoge Andreas Pfister. Er zeigte Beispiele aus der Schule, wie Schüler ein Thema anhand eines Kurzclips erklären. Lehrerin Kerstin Höppner stellte die Social-Media-Aktivitäten des EGM vor. Das Ziel: mit Schülern in Kontakt zu bleiben. Mittlerweile habe die Schule über 1000 Follower auf Instagram. Höppner erläuterte, dass Social Media den Schülern vor allem Spaß machen müsse. Auf dem seit November 2019 existierenden Account versuche sie das etwa durch Umfragen in Stories. Während des Corona-Lockdowns sei ihr außerdem wichtig gewesen, Gesicht zu zeigen – mit Fotos aus dem Lehrer-Homeoffice. Besonders gelobt wurde im Vorfeld ein Fitnessvideo eines Sportlehrers, das von Höppner und Becker direkt getestet wurde.</p><p>Gerlach lobte das EGM als gutes Beispiel für die Digitalisierung von Schulen. Weiter stellte sie die Bemühungen und Pläne des Staatsministeriums vor und gab einen Ausblick auf die kommenden Fördermöglichkeiten. Sie erklärte, dass Corona die Digitalisierung vielerorts beschleunigt habe. Nun gelte es, diese weiter voranzubringen. Denn gerade für die Schulen sei es noch unklar, ob nach den Ferien zum Regelunterricht übergegangen werden könne.</p><p class="text-right"><em>jm (Abtei Münsterschwarzach)</em></p><p>(3320/0832; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Kitzingen</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43838</guid><pubDate>Tue, 23 Jun 2020 11:06:54 +0200</pubDate><title>Seit vielen Jahren der Abtei verbunden</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/seit-vielen-jahren-der-abtei-verbunden/</link><description>Vier Patres und Brüder der Abtei Münsterschwarzach begehen Profess- und Missionsjubiläen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach </strong>(POW) Mit den Ehrungen der Jubilare ist am Sonntag, 21. Juni, in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach im Mönchskonvent sowie mit Verwandten und Freunden das Herz-Jesu-Fest gefeiert worden, teilt die Abtei mit. Abt Michael Reepen dankte seinen Mitbrüdern für ihre Treue und ihren Einsatz für die Gemeinschaft von Münsterschwarzach. Vor dem Abt und der versammelten Klostergemeinschaft erneuerten die Jubilare ihre Gelübde, die sie an gleicher Stelle vor 60&nbsp;und 25 Jahren in der Abteikirche gesprochen hatten, und gelobten, sich weiterhin für die Aufgaben der Abtei Münsterschwarzach einzusetzen und mit den Mitbrüdern den klösterlichen Weg zu gehen.</p><p>Festprediger war einer der Jubilare, Pater Fidelis Ruppert, der auf 60 Professjahre zurückblicken kann. Vor 60 Jahren gelobte er beim Ablegen seiner Profess, bereit zu sein, sich auf die Gemeinschaft von Münsterschwarzach einzulassen und im Vertrauen auf Gott den Weg mit den Brüdern gemeinsam zu gehen. Das Vertrauen sei in sechs Jahrzehnten als Mönch nicht enttäuscht worden. Heute könne er daher in Dankbarkeit auf ein erfülltes Leben zurückblicken.</p><p>Vor 65 Jahren wurde <em><strong>Pater Konrad Göpfert</strong></em> in die Mission ausgesandt. Geboren in Rimpar, trat er 1947&nbsp;in das Kloster ein und empfing 1953 die Priesterweihe. 1955 wurde er als Missionar in die Abtei Ndanda in Tansania ausgesandt. Göpfert wirkte als Pfarrer in verschiedenen afrikanischen Pfarreien. In der Abtei Ndanda war er für die Ausbildung des klösterlichen Nachwuchses zuständig. 2012 kehrte er nach 57-jähriger Missionstätigkeit nach Münsterschwarzach zurück.</p><p><em><strong>Pater Fidelis Ruppert </strong></em>beging das 60. Professjubiläum. Geboren in Plankstadt bei Heidelberg, trat er 1959 in Münsterschwarzach in das Kloster ein. 1964 empfing er die Priesterweihe. Im Anschluss wirkte er als Präfekt und Erzieher am Internat Sankt Maurus in Münsterschwarzach und hielt Meditationskurse, Exerzitien und Vorträge. Von 1979 bis 1982 wirkte Ruppert als Prior von Münsterschwarzach, von 1982&nbsp;bis 2006 war er der Abt von Münsterschwarzach. Heute ist er vielseitig tätig bei Kursen und Exerzitien im Gästehaus und außerhalb der Abtei.</p><p>Vor 60 Jahren legte <em><strong>Bruder Ethelbert Hümmer</strong></em> die Profess ab. Er stammt aus Geldersheim bei Schweinfurt. Hümmer absolvierte eine Lehre als Bäcker in der Abtei Münsterschwarzach. 1958 trat er in das Kloster ein, 1960 folgte die zeitliche Profess. Bis 1983 leitete er als Bäckermeister die Klosterbäckerei, von 1985 bis 2010 war er für die große Klosterküche verantwortlich und erhielt für seine Arbeit von den Mitbrüdern, Gästen und Schülern viel Lob.</p><p>Das silberne Professjubiläum beging <em><strong>Pater Benedikt Müllers</strong></em>. Er wurde in Nordhorn (Niedersachsen) geboren. Müllers absolvierte eine Lehre als Industriekaufmann und studierte im Anschluss Philosophie und Theologie. 1971 empfing er in Osnabrück die Priesterweihe. Im Anschluss wirkte er als Kaplan in Emsbüren, Hamburg und Glandorf sowie als Pfarrer in Lingen/Ems. 1992 trat Müllers in die Abtei Münsterschwarzach ein. In der Abtei Münsterschwarzach und im Priorat Damme wirkte er im Anschluss in der Exerzitien- und Kursarbeit, in der Gästebetreuung und in der Seelsorge. Von 2006 bis 2013 war er Hausgeistlicher bei den Schwestern in Sankt Ludwig bei Schweinfurt.</p><p>(2620/0650; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Kitzingen</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41283</guid><pubDate>Tue, 26 May 2020 14:46:12 +0200</pubDate><title>Schwester Margit Herold Geistliche Beirätin des Frauenbunds</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/schwester-margit-herold-geistliche-beiraetin-des-frauenbunds/</link><description>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat Schwester Margit Herold (66) von den Oberzeller Franziskanerinnen mit Wirkung vom 1. Mai 2020 zur Geistlichen Beirätin des Diözesanverbands Würzburg des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) ernannt.</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"><span style="color:#00000a">(3 Zeilen/2220/0584; E-Mail voraus)</span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Personalmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40501</guid><pubDate>Mon, 04 May 2020 14:39:01 +0200</pubDate><title>Pater Konrad Schlattmann als Kaplan entpflichtet</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/pater-konrad-schlattmann-als-kaplan-entpflichtet/</link><description>Würzburg/Scheinfeld (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat Franziskaner-Minorit Pater Konrad Schlattmann mit Wirkung vom 1. Februar 2020 von der Aufgabe als Kaplan für die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Käppele) entpflichtet.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bischof dankte ihm für seinen Dienst im Bistum Würzburg und wünschte ihm für die neue Aufgabe im Konvent Schwarzenberg (Erzbistum Bamberg) alles Gute und Gottes Segen. Schlattmann wurde 1986 in Oberhausen geboren. Nach dem Abitur und dem Zivildienst begann er 2006 in Würzburg sein Theologiestudium. 2008 trat Schlattmann im Kloster Maria Eck in den Orden der Franziskaner-Minoriten ein. 2010 legte er seine erste Profess ab. Im Anschluss setzte er sein Theologiestudium in Würzburg fort. Am 14. Juni 2014 weihte Bischof Dr. Friedhelm Hofmann Schlattmann in der Würzburger Franziskanerkirche zum Priester. Im Anschluss absolvierte Schlattmann Spezialpraktika in der Pilgerseelsorge im italienischen Assisi sowie im spanischen Ponferrada. 2014 wurde er Kaplan in der Propsteipfarrei Sankt Augustinus in Gelsenkirchen und absolvierte parallel ein Lizentiatsstudium im Fach Kirchenrecht am Institut für Kanonisches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. In seinem Orden war er unter anderem im Team der Jugend- und Berufungspastoral tätig. Seit 2016 war Schlattmann als Kaplan an der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Käpelle) in Würzburg tätig.</p><p>(1920/0516; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Personalmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39768</guid><pubDate>Wed, 01 Apr 2020 16:19:03 +0200</pubDate><title>„Sie lebt weiter in den Herzen der Menschen“</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/sie-lebt-weiter-in-den-herzen-der-menschen/</link><description>Sternschwester Brunhilde Henneberger im Alter von 80 Jahren gestorben – Kämpferin für die Rechte der Bevölkerung am Amazonas</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Óbidos/Randersacker</strong> (POW) Fast 60 Jahre ihres Lebens hat Schwester Brunhilde Henneberger in Brasilien verbracht. Die aus Randersacker stammende Franziskanerin von Maria Stern lebte und arbeitete seit 1961 zunächst in Recife, ab 1971 in Juruti und ab 1991 in Juruti Velho im brasilianischen Amazonasgebiet. Durch ihr Engagement legte sie den Samen für den Beginn der Partnerschaft zwischen den Bistümern Würzburg und Óbidos im Jahr 2012. Bekannt wurde Henneberger auch durch ihren Widerstand gegen den Aluminiumkonzern Alcoa. „Mit ihrer Menschenliebe war sie immer offen für die Bitten, Fragen und Sorgen von unzähligen Kindern und Erwachsenen. Neben der Sorge um die konkreten Menschen hatte sie auch immer einen Blick für ungerechte gesellschaftliche Strukturen“, schreiben Südamerikareferent Alexander Sitter und Domkapitular Christoph Warmuth, Leiter der Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden. Henneberger starb am Montag, 30. März, im Alter von 80 Jahren im Seniorenheim der Franziskanerinnen von Maria Stern bei Recife.</p><p>Henneberger wurde 1940 in Randersacker geboren. Sie besuchte das Gymnasium der Sternschwestern in Augsburg und trat nach dem Abitur in die Kongregation ein. Nach ihrer Profess im Jahr 1961 ging sie nach Brasilien. In Recife studierte sie Pädagogik und Soziale Arbeit. 1971 wechselte sie nach Juruti im brasilianischen Amazonasgebiet. Dort war sie Direktorin der Grund- und Hauptschule. In den kleinen Dörfern baute sie insgesamt 38 Kindergärten auf, zudem war sie in der Sozialen Arbeit tätig. Von 1991 bis 2017 wirkte Henneberger in Juruti Velho. Während ihres Wirkens im Amazonasgebiet baute die ausgebildete Lehrerin Kindergärten, Schulen und Kooperativen für Frauen auf. Gemeinsam mit den dortigen Menschen engagierte sie sich für den Bau von Häusern, Brunnen und Straßen. Sie initiierte und begleitete Projekte zur Existenzsicherung und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse. Ein weiteres Herzensanliegen war ihr die Bewahrung der Schöpfung. So rettete sie beispielsweise mit Kindern aus der Gegend Schildkröteneier und zog die Jungtiere auf, um sie später in die Freiheit zu entlassen.</p><p>Im Jahr 2001 begann der US-amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa damit, im Gebiet von Juruti Velho nach Bauxit zu graben. Zwar konnte die von der Ordensfrau mitgegründete Bürgerinitiative „Acorjuve“ (Associação das Comundades da Região de Juruti Velho) den Bauxitabbau durch Alcoa nicht verhindern. Doch gelang es, dass das Terrain, auf dem Alcoa Bauxit gewinnt, den Gemeinschaften von Juruti Velho als kollektiver Landtitel zugesprochen wurde. Der Konzern muss die Bürger nun für den Verlust des Landes entschädigen. „Dass dieser Kampf nicht eskalierte und für die Bevölkerung eine Beteiligung am Gewinn erwirkt werden konnte, ist ihrem Mut und menschlichem Geschick zu verdanken“, schreiben Sitter und Warmuth. 2009 wurde der Dokumentarfilm „Aufstand am Amazonas – Der Kampf um den Wald“ ausgestrahlt. Darin wird der Widerstand der Menschen gemeinsam mit den Franziskanerinnen beschrieben. 2010 wurde Henneberger von ihrer Heimatgemeinde Randersacker für ihr Engagement mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Auch die Partnerschaft zwischen den Bistümern Würzburg und Óbidos, die 2012 geschlossen wurde, beruht auf Hennebergers Engagement. „Sie ist der Eckstein unserer Bistumspartnerschaft“, sagte Bischof Johannes Bernardo Bahlmann damals bei den Feierlichkeiten am ersten Advent, bei denen Henneberger als Ehrengast anwesend war.</p><p>Pastoralreferentin Christiane Hetterich, von 1997 bis 2018 Südamerikareferentin des Bistums Würzburg, erinnert sich an Hennebergers „absolute Solidarität mit armen Menschen und ihr politisches Bewusstsein im Kampf für die Rechte dieser Menschen“. Die Sternschwester sei ein „grundbescheidener“ Mensch gewesen, habe nur wenig Eigentum besessen und in einer Hängematte geschlafen. „Sie hat sich dem Lebensstil der Armen in Amazonien angepasst.“ Zugleich sei Henneberger immer dem Frankenland und ihrem Heimatort Randersacker verbunden geblieben. „Sie hat ihren fränkischen Einschlag in der Sprache immer beibehalten.“ Viele Menschen im Amazonasgebiet hätten über die Sternschwester gesagt: „Sie war für uns wie eine Mutter.“ Für Hetterich selbst ist Henneberger ein großes Vorbild: „Sie lebt weiter in den Herzen der Menschen in Amazonien und in Juruti Velho.“</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(1520/0400; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category><category>Obidos</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39572</guid><pubDate>Wed, 18 Mar 2020 10:24:04 +0100</pubDate><title>Mariannhiller Missionare laden zum gemeinsamen Gebet ein</title><link>https://orden.bistum-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/mariannhiller-missionare-laden-zum-gemeinsamen-gebet-ein/</link><description>Würzburg (POW) Die Missionare von Mariannhill laden ab Freitag, 20. März, dazu ein, „an allen Orten, an denen wir arbeiten und leben“ gemeinsam die Novene zum seligen Pater Engelmar Unzeitig zu beten.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Erflehen wir seine Fürbitte für unsere Welt, all die Kranken, die Sterbenden und die Verängstigten“, schreibt die Kongregation. Die Welt befinde sich aufgrund der Coronakrise in einem Ausnahmezustand. Es sei nicht nur vernünftig, sondern äußerst wichtig, den Anweisungen der Regierungen und Gesundheitsbehörden Folge zu leisten. „Doch in dieser schwierigen Lage sollten wir unser Vertrauen in Gott nicht vergessen. Jeder von uns ist aufgerufen, besonnen zu handeln und inständig zu beten. Wir sind davon überzeugt, dass unser Gebet nicht wirkungslos bleibt, sondern bei Gott Erhörung findet.“ Genau das habe Unzeitig eindrucksvoll bewiesen und gelehrt, als er sich im Konzentrationslager Dachau um die Typhuskranken kümmerte. „Das Gebet war seine Quelle der Kraft, der Zuversicht und des Mutes“, schreibt der Orden und lädt dazu ein, dem Beispiel Unzeitigs zu folgen. „Bitten wir Gott den Allmächtigen, auf die Fürbitte unseres seligen Pater Engelmar, dass er dieser Pandemie Einhalt gebiete, die Kranken heile und stärke, die Sterbenden aufnehme, die Trauernden tröste und uns allen Hoffnung, Mut und Vertrauen in seine heilende und liebende Fürsorge schenkt.“ Die Novene kann im Internet unter <a href="http://www.mariannhill.de/images/pdf/novene.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.mariannhill.de/images/pdf/novene.pdf</a> heruntergeladen werden.</p><p>(1320/0323; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category><category>Ordensgemeinschaften</category></item></channel></rss>